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Über mittelalterliche Bibliotheken
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440 Indirekte Quellen.

viele Bücher unter einer Nummer vereinigt. Ich glaube indessen, dieserArbeit komme keine selbständige Bedeutung zu, da ihre Aufstellungenaus Vito Capialbi's Memorie delle tipogratie Calabresi, Napoli 1835. (8°.)entlehnt zu sein scheinen. An Genauigkeit und Vollständigkeit sind sieheute übertroffen durch das Buch von Ad. Franz, M. Aurelius CassiodorusSenator, Breslau 1872. Dort findet man pg. 80—92 das Verzeichnissderjenigen Bücher, welche in der Bibliothek des Klosters Vivarium sichbefanden, erschlossen aus den ausdrücklichen Anführungen des Cassio-dor selbst. Für unsere Zwecke kommen nur die dort einfach, ohne,jedes vorausgesetzte Zeichen angeführten Bücher in Betracht undferner eine grosse Anzahl der mit * bezeichneten. 1 )

Von Pacificus, archidiac. Veronens. A. D. 846 heisst es:

Bis centenos terque senos codicesque feceratHorologium nocturnum nullus ante viderat.En invenit argumentum et primum fundaverat,Glosam veteris et novi testamenti posuitHorologioque Carmen sperae coeli optimum.Plura alia gratiaque prudens inveniet. 2 )Aus der heute noch in der Cathedrale von Verona befindlichenGrabschrift 3 ) gedr.: Ughelli, Italia sacra V, 710 (aus Panvini), un-vollständig; Complexiones Cassiodori in epistolas et acta apostolorumet apocalipsin (a Scip. Maffeio), Florentiae 1721, Praef. pg. XX sqq.;Giambapt. Biancolini, Notizie storichc delle chiese di Verona I, Ve-rona 1749, pg. 148; Muratori, Antiq. Ital. III, 837. 838.

Theodulf, Bischof von Orleans, spricht sich über seine Leetüreselbst aus. De libris quos legere solebam et qualiter fabulae poetaruma philosophis mystice pertractentur.

Namque ego suetus eram hos libros legisse frequenter,

Extitit ille mihi nocte dieque labor.Saepe et Gregorium, Augustinum perlego saepe,

Et dieta Hilarii seu tua papa Leo.

_') Franz hat nämlich nebst diesen Stellen auch noch andere Belegeaus nicht in Vivarium verfassten Schriften des Cassiodor ausgezogen, umdessen Belesenheit zu zeigen. Dies ist für unsere Zwecke unbrauchbar. AlsErgänzung dazu möchte ich aus jenem Serapeumartikel herausheben die Ver-niuthung, welche dort über die Handschriften des Macrobius und ValeriusMaximus geäussert ist, und ferner die Ansicht des Mona. Ant. Scotti, dasseiner dieser Codd. des Cassiodor in Neapel erhalten sei.

2 ) Wer erinnert sich nicht an Catull und die Palirnpseste?

3 ) Ich halte die Zweifel Biancolinis (Dei vescovi e governat. di Verona1757, pg. 183) und Blumes (Iter Ital. I, 255) an der Echtheit der Inschriftfür nicht berechtigt; vielleicht hat dazu der Umstand beigetragen, dass derzweite, hexametrische Theil der Inschrift das Epitaph. Alcuini merkwürdigerWeise ausschreibt (vgl. Neues Arch. d. Ges. f. alt. deutsche Gesch. Bd. 4, pg. 563).

Eine dieser geschenkten Hss. ist Bibl. Nat. Paris, Mscr. lat. 1924(saec. IX). Sie hat zu Anfang die Aufschrift: Hunc librum Pacificus, humilislevita Christi, in ecclesia beatae Dei genetricis Mariae quae est matricularisVeronensis civitatis, devota optulit mente.