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Über mittelalterliche Bibliotheken
Entstehung
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366
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.-ififi Miscellen.

und da die Construction von Handschriften-Genealogieen bei dem lücken-haften Bestände des Erhaltenen in den meisten Fällen nicht leicht ist,scheint es mir, als ob durch Heranziehen und methodisches Verwerthensolcher äusseren Zeugnisse und Winke manchmal eine, kleine Hilfe,manchmal sogar der Ausschlag gegeben werden könne.

Besonders durch die Miscellen gewinnen wir einen Einblick indas lebendige, litterarische Treiben im Mittelalter, über Austausch undVerkauf von Büchern, wir sehen die Quellen entspringen, aus denendas Interesse an gelehrter und schöner Litteratur wie ein befruch-tender .Strom sieh durch die Länder breitet. Durch die geradezustaunenswerthen Wanderungen und Schicksale einzelner Hss. nochwährend der Zeit des Mittelalters wird sieh bisweilen ein Einblick inden allgemeinen Verkehr eröffnen. Besonders für das 14. und 15. Jahr-hundert, seitdem das Papier für Hss. so ausgebreitete Benützung fand,dürfte eine auf reichhaltigem Material fussende Betrachtung manchesüberraschende Resultat zu Tage fördern. Die Wasserzeichen und dieZusammensetzung der Papiersorten können dazu einen verlässlichenFührer bilden.

Nimmt man an, dass besonders solche Hss. neu erworben oderabgeschrieben wurden, welche bisher noch nicht im Besitze einerKirche, eines Klosters, eines Privaten waren, so können wir aus demMangel eben dieser Litteratur an bestimmtem Orte gewisse Schlüsseziehen. Andererseits weisen gewisse, in sehr vielen Büchersammlungenwiederkehrende Autorennamen oder Werke auf die Bevorzugung diesesoder jenes Buches hin, eine Erwägung, die für die Culturgeschichteund die Geschichte des geistigen Lebens nicht gleichgütig ist. Dochdie letztere Erwägung bezieht sich mehr auf die als Gataloge bezeich-neten Documente.

In der bunten Leihe von Nachrichten, wie sie die Miscellen bieten,sind Personen aller Stände als Sammler oder Entlehner vertreten, dieZeugnissse datiren von den ersten Jahrhunderten des Christenthumsbis zum Ende des Mittelalters, sie ziehen in manchen Fällen Zeugnisseüber die Nationallitteraturen ans Licht, wenn auch die alte und neuerelateinische Litteratur weitaus den Vorrang einnimmt. Einige der hierangezeigten Stücke sind von nicht unbeträchtlichem Interesse undregen zu verschiedenartigen Betrachtungen an, manche sind auchziemlich umfangreich, ja oft viel umfangreicher und wichtiger als eineMasse von ,Catalogen'. So wie diese Notizen aber beisammen stehen,werden sie, wie ich denke, einen Ueberblick über die bunte Mannig-faltigkeit der Quellen um! zugleich über die verschiedene Gewähr einerganzen Gruppe von Nachrichten «'eben, Dinge, welche für die einstigeErfüllung unseres Planes, eine zusammenfassende Arbeit auf diesemGebiete, in Betracht kommen können.