Druckschrift 
2 (1825)
Seite
261
Einzelbild herunterladen
 

261

digeri und dauerhaften Genüsse zu freuen, welche derSieg über uns selbst bereitet,

Miseno, der den Grafen ganz geneigt sah, sei«um Rath zu folgen, sprach auf folgende Weise: Alsich die Truppen kvmmandirte, bediente ich mich mehrmeiner Schlauheit, als meiner Tapferkeit, um Schlach-ten zu gewinnen; ich suchte Zwietracht unter ihnen zustiften, und so gelang es mir, sie zu schwächen undzu vernichten. Und dann, als ich diese neue Art vonEroberung unternahm, hatte ich den Vortheil, auchmeine Leidenschaften in eine solche Uneinigkeit zu brin-gen, daß sie sich selbst gegen einander aufrieben, undmir auf diese Weise den Sieg erleichterten.

Ihr wißt einmal, Freund, daß ich die Leiden-schaften mit den Thieren verglichen habe. Was thutder geschickte Kutscher, wenn er siehet, daß alle Pferdeseines Wagens zu einer Zeit widerspenstig sind. Daer sie nicht alle zugleich zügeln kann, so verläßt ereinige, spannt eins oder zwei der Muthkgsten auf dieandere Seite, so daß wenn die sämmtliche Kraft ge-theilt ist, auch die Kraft der einzelnen geschwächt wird.Dieses zieht hier, jenes dort; hier stürzt eins, dasandere springt darüber her underwickelt sich, so die-nen sie sich gegenseitig zum Hinderniß, und verwirrensich. Eins steht auf und fällt zum zweitenmal nieder,ein anderes wird mit den Füßen herüber gezogen, undso werden alle getreten und mißhandelt. Währendder Zeit schlagen sie sich mit dm Hufen, und fügen