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2 (1825)
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fall, aber ich tadele die Gewalt, mit welcher Du sievertheidigest. Jede Seele hat ihre eigene Meinung,wie den Lieblittgssohn ihres Verstandes, und so wieDu den Deinigen liebst, so lieben auch aus angebor-ner Neigutrg der Natur die Gegner die ihrigen, weilNiemand Dir ein größeres Recht giebt, als ihnen.Jeder bemüht sich seine Meinung zn vertheidigen, undes muß Dich gar nicht befremden, daß sie nicht mitder Deinigen übereknstimmen, da sich Deine Gegnereben so gut beklagen dürfen, daß Du nicht mit derihrigen übereinstimmst. Zwar glaubst Du, sie seyenin der Vernunft gegründet, aber dieses glauben sieauch von den ihrigen; und wer soll uns nun sagen,ob sie sich irren, oder wir uns? Streiten ist alsoeine Thorheit. So sprach er, und ich dachte überdiese Zurechtweisung so sehr nach, daß ich über keineStreitigkeit mehr ungeduldig ward. Ich gebe meineMeinung hin, höre gern das Gegentheil an, unter-suche ruhig meine und ihre Gründe, und wenn wiram Ende übereinstimmen, so daß sie nach Süden ge-hen, und ich gehe ohne Verdruß oder Verachtung nachNorden.

Aber wenn ihr Grundsatz mir gut scheint, wenner mich überzeugt; nun denn verändere ich meine Mei-nung, oder lege sie in das Kabinett des Ungewissen,und hoffe neues Licht, um die Wahrheikzn ergründen,in der beständigen Besorgniß, daß die Eigenliebe mich