So arten auch die Ruhmbegierde in der Entdek«kung der Wahrheit, und die Eitelkeit in der Vervoll-kommnung der Künste, nicht in Laster aus; denn dieVernunft macht Alles zur Tugend; deßhalb wirst Dnsehen, daß die Wissenschaften hier mit ruhigem Eiferbetrieben werden, um die Wahrheit zu entdecken, unddaß kn dieses Streben kein Neid, keine Bitterkeit,kein Haß der entgegenstehenden Meinungen sich ein«mischt; welches nur Mittel sind, den Weg der Wahr-heit zu verschließen, und dem, durch die Leidenschaf-ten verblendeten Verstände die abgeschmacktesten Jrr-thümer zuzuführen. Die Künste schreiten von Tage zuTage weiter, weil unsere Herrscherin«, die Vernunft,deren Nutzen an den Tag legt, und den Zweck zeigt,weßhalb jedes Werk erfunden wurde, welches denni hinreichend ist, um sie zur höchsten Vollkommenheit zu^ bringen.
Die Aufgabe der Eigenliebe wird hier wohl ge«i deutet. Das öffentliche Wohl liegt hier einem Jedenmehr am Herzen, als sein eigenes; und Alle opferndem allgemeinen Besten ihr eigenes Interesse auf;und so fällt auf eine wunderbare Weise, von dem,was Jeder für das Wohl Aller that, ihm wiedersein Antheil zu. Durch diese schöne Harmonie wer«- den die eifrigsten Unternehmungen erleichtert, weil dieArme Aller sich vereinigen, und eine unüberwindlicheKraft Hervorbringen.