318 Anordnung der Bibliotheken im Mittelalter.
Anfang des zweiten, Ende des vorletzten Blattes: No. 266Pierre de Cardonnel 1438; No. 275 Cisteaux 1480 (dies Verzeichnisshat noch anderes Eigenthümliche); No. 341 S. Paul d'Orleans 1461;No. 342 Paris, Coli. d'Autun 1462; No. 345 Paris, Coli, de la Marohe1432; No. 356 Paris, Coli, de Tresorier 1437; No. 478 Haine; No. 632Invent. zu Avignon 1369 (nicht im Buche ersichtlich); No. 634 ebenso,von 1411. Vgl. auch pg. 129 Anm., alinea 2. Diese Art der Inven-tarisirung ist also französisch.
Anfang und Ende des stveiten, Anfang und Ende des vor-letzten Blattes: No. 638 Verzeichniss der Bücher Benedikts XIII.zu Peniscola nach 1409, eine Form, die sich nur als Complicationgegenüber der unmittelbar vorausgehenden darstellt.
Ganz eigentümlich sind No. 610 Padua, S. Antonio 1369;No. 538 Chambery 1483 und das non plus ultra einer verwickeltenCatalogisirung No. 257 Bernard de B6arn (wo das pg. 94 Gesagtezu vergleichen ist.)
Zusammenfassend kann man sagen: in der Besehreibung derHandschriften befolgt eine grosse Masse von Catalogen bestimmterLänder ein bestimmtes Verfahren — eine Thatsache, welche vielleichtdas oben pg. 310 über das Anbringen der Signatur Bemerkte zu be-kräftigen im Stande ist.
Im späteren Mittelalter war also die Sitte sehr weit verbreitet,neben dem Titel des Werkes, den Anfang eines Blattes zuBeginn und die Schlussworte eines Blattes gegen Ende derHs. aufzuführen; meist wird das zweite und vorletzte Blatt dazubenützt. Wenck (Mittheil, des Instit. f. österr. Geschichtsforsch. Bd. 6,pg. 270) bemerkt zum Verzeichniss des Papstschatzes von 1311:„die Handschriften sind mit dem Anfangsworte des zweiten und demSehlussworte des vorletzten Blattes bezeichnet, wie es in französischenHandschriften Verzeichnissen des 14. Jahrb.. vorkommt." Dass dieserGebrauch in Frankreich allein statthatte, wozu man auch durch Watten-bach, Das Schriftwesen im Mittelalter 2. Aufl., 1875, pg. 532 ver-leitet werden könnte, soll damit wohl nicht gesagt sein. Jedenfallsist er um diese Zeit ebenso in England, Italien und auch in Deutsch-land, wenn auch spärlich, vorhanden. Um ein bekanntes Beispielnoch aus dem 13. Jahrhundert zu geben, verweise ich auf den vonBecker unter No. 162 angeführten Catalog, dessen Titel lautet: Annodomini M° CC° XCVIP Isti libri scolastici ecclesie lubycensis factacollatione sunt reperti, nominibus et signis specialibus designati, eovidelicet modo, ut quilibet aliqua littera vel pluribus sit signatus etqua dictione quilibet incipiet in aliquo foliorum circa principium et finemdenotetur. quantum etiam singuli ualeant congruenti taxatione prehabitaexprimetur. Die zuletzt erwähnte Schätzung fehlt aber. Es sind meistdie Anfangsworte des zweiten und die Anfangsworte des vorletzten Bl.angegeben; doch werden vorne etwas häufiger auch das dritte, seltenerdas vierte, andererseits gegen Schluss auch die Anfangsworte desletzten Blattes genommen. Diese kleinen Varietäten sind für den