316 Anordnung der Bibliotheken im Mittelalter.
der Beschreibung- grosse Unterschiede; man vgl. die eben genanntenmit dem eingehenden Verzeichnisse Reginberts zu Reichenau (BeckerNo. 10). Selbst willkürliche Hervorhebung dessen, was wichtig schien,kann vorkommen. 1 ) Das ist natürlich individuell. — Erst im 15. Jahrb..werden doppelte Listen der Hss. allgemeiner; eine davon ist dann einalphabetischer Index aller Einzelschriften, welche in den Codices ent-halten sind. 2 )
Im Allgemeinen lässt sich über das Verfahren etwa Folgendesfeststellen. Die einfache Aufzählung der Bücher nach ihrem Ver-fasser oder nach dein Titel des enthaltenen Werkes ist in allenLändern zu finden, und wir thun vielleicht am besten, sie als indiffe-rent bei der folgendon Betrachtung nicht zu berücksichtigen.
Genug oft wird der Anfang des Werkes gegeben. So bei Nr. 3Admont 1380; Nr. 79 Herrn, v. Wiesbaden 1387; Becker Nr. 37,564 sqq.Lorsch saec. IX. um das Aehnliehe nicht zu verwechseln und dieSchriften eines und desselben Autors besser auseinanderzuhalten;Becker Nr. 51,34 sqq. Wessobrunn saec. XL; Becker Nr. 88 Lippolds-berg 1151; Nr. 417 (Becker Nr. 20) unbek. Bibl. saec. IX.; Nr. 457S. Martin, Dover 1389; Nr. 628 Inventar des päpstlichen Schatzes.1295; Nr. 639 Inventar Eugens IV. 1445; No. 648 Rom, S. MariaMaggiore saec. XV.; vgl. No. 656 S. Martino delle Scale bei Palermo1384; Becker Nr. 70, die Epistola Henrici Clerici ad Stephanum von1093 gibt von No. 30 — 58 bei den einzelnen Hss. oder auch vonmehreren in einem Bande vereinigten Werken nach dem Titel jedesmalauch den Anfang mit der stereotypen Formel: hoc opus sie ineipit undsogar den Anfang der Bücher eines Werkes. 3 )
die Zahl der Bücher in Admont von 623 auf 805 gestiegeu war, „welcheZahl sich jedoch grösser herausstellt, weun man bedenkt, dass bei vielenHandschriften die Notiz beigefügt ist et alii libri in prineipio Sig-na t i (d. h. auf dem ersten Blatte der betreffenden Hss.)
') So ist z. B. im (lod. Theol. fol. 54 der Landesbibl. zu Cassel, deraus Fulda stammt und u. a. auch das Hildebrandslied enthält, der Titel etwaswillkürlich mit: Liber sapientiae angesetzt.
*) Einzelne reichen noch etwas höher hinauf. So ist es beim Catal.Becker No. 221 (S. Martin, Dover von 1389), der sogar dreitheilig angelegtwurde. — Beispiele aus dem 15. Jahrb.: Catal. von S. Egidi zu Nürnberg(vgl. oben No. 130), Catal. von S. Augustin, Canterbury (vgl. oben No. 453),Catal. von Leicester (vgl. oben No. 482), Catal. vou Bordesholm, 1488 (vgl.oben No. 730); der Catalog von Tegernsee 1483 (oben No. 204) führt nachSehmelier Serapeum Bd. 2, 1841, pg. 269 „bei jedem der nach alphabetischerOrdnung aufgeführten Autoren, seine hier unter diesem oder jenem Quotusvorkommenden Schriften, dessen Stand, Würde, Geburt«- und Wolmort!"
3 ) Vereinzelt wird in Catalogen der Anfang des Werkes als Noth-behelf gegeben, weil der Verfasser oder der Titel des Werkes unbekanntwar. Ein klassisches Beispiel ist Becker No. 37,24a Lorsch s. IX.; hierhergehören auch Becker No. 11,178 S. Iliquier s. IX.; Becker No. 94, 17.48 l'fiiffers;Becker No. 115,248 Salzburg s. XII.; Becker No. 122,87 Muri s. XII. ; BeckerNr. 124,22 Stederburg s. XII.; oben No. 190 Vorzeichniss Schönes 1474;Aethelstans Verzeichniss oben pg. 278; Becker Nr. 116,30 Peterboroughs. XII; Becker Nr. 120,2') S. Angeli ad Eormas; oben No. 626 Ravenna 1480;No. 693 Verona, S. Benedetto 1477. Vgl. auch hei No. 738.