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Über mittelalterliche Bibliotheken
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314 Anordnuni) der Bibliotheken im Mittelalter.

A. I. & II (Liber Numerorum glossatus; — Leviticus glossatus; beidesaec. XIV) die Signatur Di. L. g. II. Die Bedeutungen von Dis-tinctio für „Schrank" und gradus für „Fach" bereichern das in viel-facher Beziehung unvollständige Glossarium medii aevi von Du-Cange.

Anders ist im 15. Jalirh. die Bibliothek von S. Denis angeordnet.„Les cotes du XV e siecle sont composöes de deux elements: le premierparait designer la classe ä laquelle appartenait chaque ouvrage, le seconddoit etre un numero d'ordre." (Delisle, Cabin. des Mscr. T. I, pg. 203.)Als Beispiel mag das letzte bei Delisle aufgeführte dienen: XXXIX.XIII c . XLIII. Sermones de frere Gilbert (= Sorbonne 1396). De-lisle scheint unter classe eine Eintheilung der Bibliothek nach ver-schiedenen litterarischen Abstufungen zu verstehen; ebenso möglichist jedoch, dass damit eine locale Eintheilung (nach Schrank oder Pult)gemeint sei. Die zweite Nummer gibt aber ohne Rücksicht auf dieerstere eine fortlaufende Zahl für die Bücher an. Diese Auffassungscheint mir eine Bestätigung zu finden in dem erst später bekanntgewordenen Cod. Vatic. Regin. No. 257, der eine Eintheilung der Bibl.von S. Denis (woher er stammt) in 43 classes bezeugt, während derHs. die Nummer 1523 zukommt (vgl. Cabin. des Mscr. T. III, pg. 356).— Aus der Signatur der Bücher auf die Art der Aufstellung einerBibliothek Schlüsse zu ziehen, ist in Ermangelung einer grösserenZahl von Hss. daraus nicht leicht. Ich enthalte micli solcher Nutz-anwendung im Folgenden, wo nur einiges Formelle beigebracht ist.

Römische Buchstaben und römische Zahlen: No. 617Pavia 1431.

Arabische Zahlen: No. 548. 549 Bibl. des Hauses Este 1467 sqq.;No. 554 Joh. Mirandula 1498; No. 563a Mediceer-Bibl. 1495; No. 624S. Jacobi zu Pistoja 1460.

Römische Buchstaben und arabische Zahlen: No. 267Clairvaux 1472; No. 565 (pg. 198) Karmeliter zu Florenz 1391;Vgl. No. 167 Rebdorf und im Allgemeinen pg. 223, Anm. 1. Dasdort Bemerkte gilt von den meisten der genannten Verzeichnisse. —Merkwürdig ist No. 622 S. Justina zu Padua und die alte Bezeichnungdes cod. Bruxell. 9375 einst sei Laurentii prope Leodium, nämlichK 3 . K. K,., 1 ). freilich so ziemlich unverständlich. — Ch. Cuissard 2 )hat Recht, wenn er aus den Signaturen des Ms. No. 44 zu Orleans,D. und des Ms. No. 15 ebenda, P 8 auf das Vorhandensein einesCataloges schliesst. Signaturen von Hss. ohne vorauszusetzendes Ver-zeichniss der letzteren sind sinnlos; Cataloge ohne Signaturen gibtes viele. Vom 13. Jahrb. an scheinen sie aber geringen Bestand,geringen Gebrauch und im allgemeinen patriarchalische Verhältnisseder Bibliotheken zu bezeugen (vgl. Salzburg, das sehr abgeschlossenwar). Ich habe oben darauf aufmerksam gemacht, dass durch aus-giebige Beobachtung für bestimmte Länder ein bestimmtes Verfahren

') Anzeiger f. Kunde d. deutsch. Vorzeit. 1876, Sp. 2.S4.

2 ) Inventaire des mscr. de la bibl. d'Orleans, 1S85, Preface pg. XXXIII.