Druckschrift 
Über mittelalterliche Bibliotheken
Entstehung
Seite
VI
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

vr

Bücherverzeichnisse, welche nach 1500 fallen oder solche ans ältererZeit, welche die Form des Originals nicht bewahrt haben. Endlichwill ich noch hervorheben, dass alles Griechische 1 ) grundsätzlichausgeschlossen wurde. Die Untersuchung darüber, wie weit währenddes Mittelalters griechische Sprache und griechisches Wesen auf diewestlichen Völker eingewirkt hat, ist eine Sache für sich. Sowohlan Vorarbeiten als an neuem, reichen Stoffe dazu fehlt es nicht.Die zu Grunde gelegte Eintheilung der Documenta in beiden Haupt-abtheilungen war die locale, also nach einzelnen Ländern oder Länder-gruppen, in jeder der Unterabtheilungen wieder alphabetisch. Ist ausden in den Verzeichnissen enthaltenen Angaben der Ort klar, wodie betreffenden Bücher sich befanden oder wohin sie im Verlaufeder Zeit kamen, dann wurden die Docmnente unter dem betreffendenOrtsnamen eingereiht, wo dies nicht der Fall war, oder wo es ausanderen Gründen nicht thunlich erschien 2 ), unter dem Namen ihrerBesitzer. In Bezug auf letzteren Punkt mache ich aufmerksam,dass bei zusammengesetzten Namen d. h. solchen, welche aus einemVornamen und einem mit a, de etc. folgenden Epitheton bestehen,der Vorname als Ordnungswort gewählt ist, sowohl in der Aufzählungder Verzeichnisse nach den einzelnen Ländern als in den Indiees. Indie letzteren ist jedoch überall das betreffende Epitheton aufgenommenund auf die Vornamen verwiesen. Dieser Vorgang rechtfertigt sichnach meiner Meinung sowohl aus praktischen Gründen als ans demUmstände, dass für die Zeit des Mittelalters nicht immer und ohneWeiteres festzustellen ist, ob ein solcher Beiname als Familien- oderOrtsname zu fassen sei. Jedes aufgeführte Stück hat seine eigeneOrdnungsnummer. Dies ist nicht geschehen, um sowohl Beckers Buchals die von mehreren Seiten beigebrachten Nachträge in schiefemLichte erscheinen zu lassen und die Masse der von mir gegebenenErgänzungen aufzubauschen, sondern weil es nichts Unangenehmeresgibt, als ein fehlerhaftes oder undeutliches Citat. Verzeichnisse einerund derselben Bibliothek zu verschiedenen Zeiten abgefasst, führendemgemäss besondere Nummern, ist aber ein Catalog in mehrerenExemplaren vertreten (Original und Copien), dann sind sie alle untereiner Zahl vereinigt.

Ich gestehe, dass bei der Durchführung dieser eben angedeutetenund im Allgemeinen festgehaltenen Grundsätze hie und da ein

') Von Orientalischem gar nicht zu reden; so z. B. Verzeichnis« derhebraeisehen Bücher, welche Karl V. von Frankreich besass, gedr. bei Delisle,Cabinet des Mscr. T. III, pg. 333 sq. u. dgl.

'-) In dem unter No. 1376 aufgeführten Testamente z. 13. werden Hss.an verschiedene Bibliotheken geschenkt. Es erschien deshalb vortheilhafter,das Stück unter dem Namen Sisebert einzureihen.