I. Kunstgewerbe. 609
der galvanischen Goldbildnerei und Goldschmiedekunst geworden zusein.
Nach von der allgemeinen illustrirten Industrie- und Kunstzeitungveröffentlichten Notizen "beschäftigt das Haus Christofle & Co. nun-mehr gegen 1500 Personen, darunter 400 Frauen, welche sich derHauptsache nach mit dem Poliren der Metallwaaren abgehen. DieUmsatzziffer des Jahres 1872/73 soll sich auf 15 Millionen Francs,die auf die Erzeugung von Metallwaaren verwendete Silberquantitätauf nahezu 9 Millionen Gramm belaufen haben.
Als weiter hervorragende Pariser Firma in dieser Branche sindEugene Cornu & Co. (vormals G. Viot & Co.) zu neunen.
Eine Specialität dieses Hauses ist die Anwendung des Marmorsund anderer werthvoller Steinarten bei der sogenannten grossen Deco-ration und bei der äusseren und inneren Ausschmückung der Wohn-räume. Das Haus Cornu besitzt in Algier grosse, schon von denRömern gekannte und ausgebeutete Marmor- und Alabasterbrüche,welche ihnen unter Anderem auch den bekannten, vielfach von ihnenverarbeiteten, algierischen Onyx liefern. Ausserdem verwenden dieseFabrikanten je nach den Anforderungen und den Stilarten der bestell-ten Gegenstände auch alle Arten europäischen Marmors. Aus ihrenin der Rue Popincourt gelegenen Etablissements gehen gleichfalls sehrschöne Emailarbeiten hervor.
Die Erzeugnisse des Hauses Cornu & Co. bestehen hauptsächlichin architektonischen Verzierungen, Vasen, Gruppen, Statuen, Pendules,Candelabers, Lustres und sonstigen Beleuchtungsgegenständen; fernerin kleinen Phantasieartikeln, aus Marmor, vergoldeter Bronze, Emailund dergleichen.
Ein besonderes Verdienst um die Leistungen dieses Hauses ge-bührt seinem Zeichner (zugleich Chef und Mitbegründer) Herrn E.Cornu.
Auch dieser Firma wurde von der Jury einstimmig das Ehren-diplom zuerkannt.
G. Deniere in Paris, gleichfalls eines der ältesten Geschäfte inBronzewaaren, lieferte Uhren und Candelaber in vergoldeter und brau-ner Bronze, sowie auch in polirtem Messing. Aus letzterem Metallwar auch ein Treppengeländer und ein Kamin ausgestellt, beide vonstilgerechter und eleganter Ausführung; allerdings nicht mehr zuunserer Gruppe gehörig.
G. Servant in Paris hatte eine reichhaltige Auswahl ganz feinerBronzen: Uhren, Candelaber, Figuren, Tassen etc., ausgestellt, welchesich durch besondere Reinheit der Arbeit und durch effectvolle Ver-goldung und Versilberung* auszeichneten. Auch Email ward viel-fach angewendet, und die mit diesem Material verzierten Arbeitenzeugten von besonderem Geschmack und Geschicklichkeit. Auch sehr
Wiener Weltausstellung. III. 2. gC)