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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
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Gruppe X. Kurzwaaren.

verdienen in der That als in jeder Beziehung vollendet bezeichnet zuwerden. Es war dem Beurtheiler schwer, zu entscheiden, welcher Artder verschiedenen Techniken er an diesen Arbeiten den Vorzug gebensollte. Die Ciselirung war bei den meisten Stücken kunstvoll zu nen-nen, die Vergoldung voll Feuer und die Bronzirung unstreitig die besteund schönste in der ganzen Ausstellung. Ganz neu und besondersgelungen schien die etwas lichtbraune Bronze, bei welcher die oberenFlächen in Gold erschienen, was namentlich bei Figuren besondereWirkung hervorbringt. Auch die getriebenen Arbeiten (Vasen undLeuchter) waren vollendete Kunstwerke, ebenso ein Schmuckkästchenund eine Tasse, bei'welchen die sehr feinen Reliefs mit Gold und Silberaufgelegt waren. Der figürliche Theil aller aus diesem Etablissementhervorgegangenen Gegenstände war in jeder Beziehung edel zu nennen;die Lüstres waren mit Bronze und Email reich geschmückt und ge-schmackvoll verziert.

Für die Firma F. Barbedienne & Co. in Paris,- der würdigstenRepräsentantin der nunmehr 300 Jahre alten Bronzeindustrie Frank-reichs, hat auch die Jury der Gruppe X. einstimmig die Ertheilungeines Ehrendiploms beantragt.

Das zweite Ehrendiplom der Gruppe X. wurde in gleich überein-stimmender Weise der Firma Christofle & Co. in Paris zuerkannt.Diese allbekannte Firma, wenn auch strenge genommen nicht in dieKategorie der Bronzeaussteller gehörig, da sie neben der schon seit200 Jahren von der Firma Christofle gepflegten Gold- und Silber-schmiedkunst, vorwiegend galvanisch versilberte Tafelgeräthe cultivirt,hatte sich doch nebenbei mit der Erzeugung ganz vorzüglicher Bronze-arbeiten beschäftigt. Wenn dieselbe für die Wiener Weltausstellungauch keinen Tafelaufsatz in dem Umfang wie jenen für die Stadt Parislieferte, welcher auf der letzten Pariser Ausstellung gerechtes Aufsehenerregte, so führte sie doch eine ganze Reihe von Prachtstücken vor,welche Zeugniss geben von dem rastlosen VorwärtSschreiten auf derruhmvoll betretenen Bahn. In besonderem Grade erregten die mitGold und Silber eingelegten Gegenstände die-allgemeine Bewunderung.Diese Arbeiten sind durch Einschaltung von Gold- und Silberlinien undOrnamente auf galvanischem Wege hergestellt und können durch die-ses Verfahren billiger als durch das übliche Tauschiren hergestellt wer-den. Im Gegensätze zu Barbedienne finden wir hier eine vielreichere Farbenzusammenstellung an den verschiedenen Gegenständen,welche oft in Gold, Grüngold und Silber, oder Kupferbraun, Gold undSilber erscheinen. Was die Gussbronzen betrifft, so sind dieselbendurchgängig ausserordentlich gut ciselirt ausgeführt. Dem verstorbe-nen Chef des Hauses Carl Christofle gebührt das grosse Verdienst,das Vergoldungs- und das elektrochemische Versilberungsverfahren inFrankreich eingeführt zu haben und hierdurch der eigentliche Schöpfer