VII. Die Korbflechterarbeiten.
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zerstreut wohnenden Arbeitern allwöchentlich die je nach den Anfor-derungen des Marktes in Auftrag gegebenen Flechtarbeiten abnehmen.Mittelpunkte für diese Industrie sind vorzugsweise Coburg und Lich-tenfels. Von beiden Städten aus war die Ausstellung mit zahlreichennetten Gegenständen mannigfaltigster Art beschickt worden. Schadenur, dass die Ueberfüllung und daher unvermeidliche Unordnung inder betreffenden Gallerie das Einzelne nicht zu einem bedeutsamerenGesammtbilde zu vereinigen gestattete. Von der Art des Geschäfts-betriebes in jenen Gegenden mögen folgende auf Angaben der in Wienvertretenen Unternehmer beruhende Zahlen eine Vorstellung geben:
Bim stiel & Biedermann in Coburg beschäftigen (abgesehenvon dem kaufmännischen Directionspersonal) in geschlossenen Räumen12 Arbeiter (Packer, Lackirer, Rohrbrenner), vermitteln den Absatzfür 325 Hausarbeiter. — Für A. Birnstiel & Co. in Ebersdorf beiCoburg arbeiten in eigenen Behausungen 150 Personen; Werth derProduction 70 00011. — Nickolas Schardt in Lichtenfels beschäftigt4 Männer und 2 Frauen in den Geschäftsräumen, gegen 1000 Personenals Hausarbeiter. Werth der Production ca. 130 000 0. — Lorenz Ga-gel in Lichtenfels beschäftigt 3 Lackirer im Geschäft, ca 200 Personenals Hausarbeiter. Production ca. 100 000 fl. —• Jacob Eichhorn inSchney bei Lichtenfels lässt von 50 bis 100 in der Umgegend zerstreutwohnenden Arbeitern Rohstoff imWerthe von 15 000 3. zu feinen Hand-und Nähkörben im dreifachen Werthe verarbeiten.
Die vorzüglichsten auch mit der Fortschrittsmedaille ausgezeich-neten Arbeiten hatten Calm & Ahlfeld in Bernburg a. S. ausgestellt.Dieselben haben die von ihnen in Wien gezeigten Transportkörbe undWagenaufsätze aus Stuhlrohr mit Eiseneinlagen nach besonderer Con-struction für den Postdienst zuerst im Jahre 1867 hergestellt; dieseund ihre mit 2-, 3- und 4rädrigen Untergestellen für den Gebrauchfertig gelieferten sogenannten Perronwagen fanden ihrer Leichtigkeit,Sicherheit, Dauerhaftigkeit und Billigkeit halber allgemeine Aufnahmeund wurden bald bei dem grössten Theile der Postanstalten Deutsch-lands, 1871 auch Eisass-Lothringens, in Gebrauch genommen. WeitereSpecialitäten der Firma sind ihre für den Eisenbahndienst hergestelltenKohlenkörbe aus Stuhlrohr mit Eiseneinlagen, und ihre Press- undFiltrirhorden für die Zuckerfabrikation, die sowohl bei den grösstenFabriken Sachsens und Schlesiens in Gebrauch sind, als auch stetignach Oesterreich und Russland ausgeführt werden. Allein von diesenHorden lieferte die Fabrik im Jahre 1871 30 000 Stück im Werthevon 60 000 Rmk., von den erwähnten Kohlenkörben 5500 Stück imWerthe von 19 500 Rmk., von den Handpacketwagen für Postdienstund Spinnereien 300 Stück im Werthe von 21 000 Rmk., ausserdemnoch 2000 Körbe im Werthe von 19 500 Rmk. für verschiedene