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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
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Gruppe VIII. Holz - Industrie.

Tm Jahre Kg Im Werthe von Rmk.

1868 . 309 126 578 075

1869 . 347 452 745 478

1870 . 280 628 494 308

1871 . 259 845 502 891

1872 . .... 302 126 607 718

Die Hauptmenge der ausgeführten Korbwaaren geht nach Newyork;im Jahre 1872 über Bremen allein 232 386 Kg im Werthe von nahe-zu einer halben Million Reichsmark, der Rest vorzugsweise nach Gross-britannien und dem Britischen Amerika, nach Philadelphia, Baltimore,Neworleans, San Francisco und Jamaica. Mehr nach den südameri-kanischen Häfen geht der gleichfalls sehr beträchtliche Export überHamburg.

Berlin, ein Hauptsitz der deutschen Feinflechterei, hatte nochgründlicher als in der Möbelabtheilung sich der Beschickung der Aus-stellung mit Korbwaaren enthalten.

Hamburg, woselbst die Herstellung feinerer Arbeiten, besondersvon Korbmöbeln, gleichfalls recht lebhaft betrieben wird, war durchmehrere Fabrikanten solcher Möbel gut vertreten, von denen GustavMennicke und Carl Ferdinand Schultze verdiente Anerkennungfanden. Auch August Herbst in Bonn hatte Korbmöbel ausgestellt.Desgleichen Ernst Walter & Sohn in Braunschweig.

Ed. Reichstein in Brandenburg a. H. zeigte seine ausschliess-lich für den deutschen Markt fabricirten Kranken-, Kinder- und Puppen-wagen.

Von tüchtiger Leistungsfähigkeit zeugte der von Mosler & He-roldt in München ganz aus spanischem Rohr hergestellte Garten-pavillon. Fraglich ist aber doch, ob ein solcher Bau den Angriffen derWitterung auch in dem mildesten Himmelsstrich Deutschlands langewürde widerstehen können. Unserer Ansicht nach würde er in kurzerZeit in seine Bestandtheile aufgelöst werden, eine Aussicht, die übel zudem hohen Preise stimmt, den die mühsame Arbeit nothwendig bedin-gen musste. Die genannte Firma betreibt übrigens mit ihren 25 bis30 Arbeitern vorzugsweise die Herstellung von Kinder- und Kranken-wagen.

Ihren Hauptsitz hat die für den Export arbeitende Korbwaaren-industrie in dem Gebiet des oberen Main, im Coburgischen, in derGegend von Lichtenfels in Bayern und von da nach dem Fichtelgebirgezu. In diesen Gegenden wird die Korbflechterei nahezu ausschliesslichals Hausindustrie getrieben. Die Fabrikanten nehmen hier die Stellungvon Unternehmern ein, welche die Anschaffung der erforderlichen Roh-stoffe, Weiden, Rohr, Esparto, Schilf, vermitteln, auch wohl gewisseVorbereitungen derselben (z. B. das Rohrbrennen) in eigenen Fabrikenbetreiben und den in weiterer Umgegend der Geschäftsniederlassungen