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Gruppe VIII. Holz-Industrie.
Neben den eminenten Leistungen Pallen ber g’s batten die übrigendeutschen Aussteller schweren Stand; Arbeiten von kunstgewerblichemWerth waren auch unter dem von den Tüchtigeren Gebotenen nurganz vereinzelt zu finden; Alles stand noch unter dem Banne der cras-sesten Goldverschwendung, die keine zarter gestimmten Metalltöne,keine Farben aufkommen lässt. So ein deutscher Vergolder waltetnoch seines Handwerkes, als ob ausser ihm kein Anderer für die Aus-stattung der Wohnungen arbeitet; wo er einmal ein gutes Modellfindet, pflegt er es durch das Uebermaass metallischer Pracht wiederzu verderben. Eine Umkehr auf diesem Wege thut entschieden Noth.In welcher Richtung dieselbe sich bewegen sollte, das zeigen, wenig-stens andeutungsweise, noch schüchtern und unsicher die erwähntenReformbestrebungen der Wiener.
Diese Verwahrung vorausgeschickt, wollen wir nicht unerwähntlassen, dass C. Polster in Berlin, Bürck & Comp, in Mannheim inerster Linie, ferner Carl Krauth in Carlsruhe, Gebrüder Piitte-rich in München und Lorenz Scheidig in Fürth vor deu übrigendeutschen Ausstellern sich liervorthaten.
Die englische Abtheilung bot nur ein einziges Stück, das indiesem Zusammenhang Erwähnung verdient: ein hängendes Eckschränk-chen, das in Formen, die an indische Ornamentik erinnerten, zierlichgeschnitzt, dann vergoldet und mit bunten Farben lasirtwar, die durchden metallischen Grund einen eigenartigen Schimmer erhielten.
In dem zweiten selbstständig entwickelten Zweig des Vergolder-gewerbes, der Fabrikation der hölzernen, nur grundirt oder gleichbemalt, lackirt oder vergoldet in den Handel gebrachten, glatten,gepressten oder geschnitzten Leisten, die für die Anfertigung billigerBilderrahmen, bei der Wohnungsausstattung und zu ähnlichen Zweckenin grosser Menge consumdrt werden, nahm Deutschland, einen her-vorragenden Platz ein. Die Herstellung solcher Leisten erfolgt daselbstdurchaus in fabrikmässigem Betriebe.
Die A. Werkmeister’sche Fabrik in Berlin, deren Erzeugnissezu den besten der in Wien ausgestellten ihrer Art zählten, arbeiteteim Jahre 1871 mit 120 Arbeitern und beschäftigte überdies 60 ausser-halb der Fabrikräume. Ihre auch für den überseeischen Export be-rechnete Production bewerthete sich in demselben Jahre auf circa510 000 Rmk. Ein anderer Berliner, D. Meier, fabricirte mit 36Arbeitern in und 15 ausserhalb der Fabrik und einer Dampfmaschinevon 6 Pferdekraft sogenannte antik-geschnitzte und grundirte Holz-leisten in einer Gesammtlänge von 150 000 m, zu zwei Fünfteln fürausserdeutsche Märkte. In ähnlichem Umfange scheint der Betriebvon Leistenfabriken, bei denen die Billigkeit eine grosse Rolle spielt,