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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
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Gruppe VIII. Holz-Industrie.

danaoli ist, oder ob er eiu Loknschneider, oder ob er drittens ein Fabri-kant im eigentlichen Sinne des Wortes. So lange dies nicht geschieht,wird der unternehmende Holzhändler von dem für die personenkundigeJury doch nicht undurchdringlichen Nimbus eines Fabrikanten keinenVortheil ziehen, soweit er .auf Auszeichnung rechnet. Er wird damitaber auch um das Lob gebracht werden, auf das er wegen der Auswahlschöner Stämme, der Einführung neuer Holzarten oder wegen billigerPreise anderenfalls Anspruch hätte. Gleichzeitig müsste freilich eineunzweideutige Bestimmung des Programmes die Juries ermächtigen,auch diese Art vonFournierkändlern auszuzeichnen. Einfache Zwischen-händler mussten natürlich ausgeschlossen bleiben. Nach dem WienerProgramm war es sogar sehr zu bezweifeln, ob den ersterwähntenHändlern die Beschickung der Ausstellung anders als etwa in derHandelsabtheilung hätte gestattet werden dürfen.

Oesterreich-Ungarn war in Wien am zahlreichsten vertreten,am besten das Deutsche Reich mit drei Ausstellern, die Schweiz undNordamerika mit je einem Aussteller.

Die bedeutendsten Leistungen der Fournierschneiderei zeigtenG. C. Bartels und Söhne und T. A. Prale, beide aus Hamburg.Da beide nicht als Händler, sondern als Lohnschneider in dem obenbesprochenen Sinne auftraten, lag die Bedeutung ihrer Fabrikate wenigerin der Mannichfaltigkeit und Seltenheit der Holzarten, als in der vor-trefflichen Verarbeitung der für die Tischlerei wichtigeren Sorten. InLänge und Breite der Blöcke, die zu Fournieren zerschnitten worden,in Feinheit und gleichmässigem Schnitt der letzteren war hier dasBeste erreicht worden. Von besonderem Interesse waren die von Bar-tels mit seinen Fournierhobelmaschiuen sowohl Arbeyscher wie nacheigener Erfahrung verbesserter und von Wieland in Hamburg ausge-führter Construction. Die von ihm benutzten Fourniersägen sind diebekannten Cochotschen mit gleichfalls von Wieland ausgeführtenVerbesserungen. Die für die Vorbereitung des Holzes für den Schnittso wichtige Dämpfung geschieht' in gemauerten Gruben, die von demKessel der die Sägen bewegenden, 60 Pferdekraft starken Dampfmaschineaus mit heissem Dampf nach Bedarf gespeist werden. Von der Bedeu-tung des Etablissements zeugt, dass im Jahre 1873 daselbst 238 278 qmFourniere mit der Säge und 827 730 Blatt Fourniere mit dem Hobel-messer geschnitten wurden, mehr aber noch der Umstand, dass alljähr-lich aus den entlegensten Gegenden Oesterreich-Ungarns grosse Mengenvon Blöcken in die Bartelssche Schneiderei wandern, um in Four-niere verwandelt wieder heimzukehren. Die Vorzüge seines Verfahrensvor dem im Ursprungslande dieser Blöcke üblichen müssen daher sobeträchtliche sein, dass die Kosten des doppelten Bahntransportes ge-tragen und doch noch Geschäfte damit gemacht werden können. Von