Druckschrift 
Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
Seite
568
Einzelbild herunterladen
 

568

Gruppe VIII. Holz - Industrie.

neu und scheinen meistens nach den Wirthsehen aus Stuttgart copirtzu sein. Die Preise stellten sich per Quadratklafter loco Pest auf 12 fl.50 kr. bis 18 fl. für Eichenholz und stiegen bis zu 45 fl. für die reich-sten. Diese zeigten drei- bis vierfache Rahmen von Eichenholz, inden quadratischen Tafeln übers Eck gestellt und von schmalen Nuss-holzstreifen getrennt, in dem quadratischen Mittelfeld einen acht-strahligen Stern von Ahorn und Kirschbaum auf Nussholzgrund, eben-solche Viertelsterne in den dreieckigen Eckfeldern, genau dasselbeMuster bei F. Wirths Söhne kostete per Quadratmeter 15 fl. 48 kr.bayerisch.

Der von einem anderen ungarischen Aussteller gemachte Versuch,die Parqueten durch Streifen roth und grün gebeizten Holzes nebensolchen weissen Ahorns zu magyarisiren war glücklicherweise ein ver-vereinzelter.

Die Schweiz, woselbst die Parqueterie in den Cantonen Wallis,Freiburg, Bern und Luzern in ziemlichem Umfange betrieben wird,war durch die Interlakener Parqueteriefabrik, die auch das alsAusstellungslocal für die Oberlandsschnitzlereien dienende Chalet imSchweizer Blockhausstile gebaut hatte, recht gut vertreten. Diese seit1850 bestehende Fabrik, die grösste im Lande, arbeitet in der Par-quetenfabrikation mit 50 Maschinen, die durch eine Wasserkraft vonca. 80' Pferdekraft getrieben werden und mit 100 Arbeitern, im Chalet-bau mit 10 Maschinen und 80 Arbeitern und zwar zu zwei Drittheilenfür den eigenen Verbrauch der Schweiz.

Italien betreibt die Parquetenfabrikation nur in seinen nördlichenholzreicheren Provinzen. Im wärmeren Süden ist von jeher den stei-nernen Fliesen der Vorzug vor der Holztäfelung des Bodens in denWohnräumen gegeben worden. Am südlichen Abhang der Alpen undvorzugsweise in Piemont sind die Parqueten seit langer Zeit selbstin den bescheidensten Wohnungen üblich. Die Fratelli Levera inTurin zeigten eine Collection, meist nach bekannten Mustern dauerhaftgearbeiteter und preiswürdiger Parquete. Giov. Battista Ronco inPadua nur Miniaturmuster und unter diesen eine Blumenlese argerMissgriffe in der Zeichnung. Was die launische Phantasie altrömischerMosaicisten nur an Spielereien ersonnen, um den Flächencharakter desFussbodens zu zerstören, war hier kritiklos wiedergegeben. Zunächstjenes bekannte Muster, dessen Elemente aus tiefbraunen quadratischenPlatten (Nussbaum) bestehen, welche mit zwei trapezförmigen Platten,einer hellen (Ahorn), einer röthlichgelben (Kirschbaum) zusammenwieder Quadrate bilden, bestehen und zusammen den unerfreulichenEindruck machen, als sei der Boden mit lauter hohlen Würfeln besetzt,in denen man sich den Fuss brechen könne. Dann reichere Compli-