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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
Seite
557
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III. Die Erzeugnisse cler Bautischlern u. Parquetenfabrik. 557

keilförmigen Durchschnitt erhält, welchem ein eben solches Profil derNuth des Nebenbrettes entspricht. Die so zu einer Bretterwand zu-sammengeschobenen Bretter halten ausserordentlich fest aneinander.Die Bark &. Warburgsche Fabrik arbeitet mit einer festen Dampf-maschine von 70 nomineller Pferdekraft und mit 140 festen Arbeitern,die bei zehnstündiger Arbeit einen Taglohn von 1 bis 4 Riksdaler er-halten. Die Production belief sich im Jahre 1872 auf 160 000 Riks-daler für Leisten, Fenster und Thüren, und auf 100 000 Riksdaler fürhölzerne Häuser. Seitdem soll die Fabrik bis zu einer Leistungsfähig-keit von 500 bis 1000 Thüren wöchentlich erweitert sein. In Wienhatte diese Fabrik einen nach originellem Grundriss bequem einge-richteten Jagdpavillon von malerischer Anlage zum Preise von 15 000 fl.ausgestellt. Leider war das Holz mit Steinfarbe übertüncht worden.Verbietet die Witterung, das treffliche Material nackt zu zeigen, sogebe man ihm doch lieber einen durchsichtigen Lacküberzug, der seinVorhandensein hinreichend durch den Glanz verrätli, ohne das Holzzuverbergen. Schon im Interesse der Offenkundigkeit des solidenBaues sollten alle Verkleisterungen vermieden werden.

Auch die Tischlereifabrik von Strömman & Larson in Göte-borg betreibt die Erbaufing solcher hölzernen Häuser. Sie hatte inder Agriculturhalle eine Auswahl Leisten, darunter solche von riesigerLänge aus sehr gleichmässigem Holze, ferner Fensterrahmen, Thürenund dergleichen ausgestellt und den hübschen Pavillon des schwedischenRestaurants für 6000 fl. geliefert. Obwohl erst im Jahre 1871 ange-legt, beschäftigt auch sie schon 150 Männer und Knaben, für welchedie Betheiligung am Reingewinn eingeführt ist, ausserdem eine Dampf-maschine von 40 Pferdekraft. Die Production für 1872 wird auf 350 000Riksdaler angegeben, doch- bezieht sich diese Summe ausser auf Bau-tischlerarbeiten auch auf Balken, Bretter und Sparren.

Die dritte dieser Unternehmungen, Dickson, James &. Co. inGöteborg, war durch eine sehr reiche Ausstellung hölzerner Bautheilealler Arten vertreten, welche die Leistungsfähigkeit ihrer zu Sandarn,eine Meile südlich von Söderhamn, belegenen Tischlerwerkstätte imvortheilkaftesten Lichte zeigte. Im Jahre 1870 angelegt, doch erst1872 völlig in Betrieb gesetzt, arbeitet sie mit drei Dampfmaschinen,von zusammen 75 Pferdekraft und 300 Personen, deren Lohn perStunde und per Stück berechnet wird und bei zehn- bis dreizehnstün-diger Arbeit 2'50 bis 4 Riksdaler täglich betragen soll. DurchDämpfung des rohen Holzes und Trocknen desselben in heisser Luftwerden die natürlichen Vorzüge des schwedischen Nadelholzes noch er-höht. Die Production des Jahres 1872 wird auf 350 000 Riksdalerangegeben; die Ausfuhr erstreckte sich bis nach Frankreich, Süd-amerika und Aegypten.