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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
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Gruppe VIII. Holz - Industrie.

Hirnholz bei Roudillon, ein anderer mit Bronzebeschlag bei Gueretfreres), desgleichen für elegante Toiletten und Kleiderschränke (Fr an-gois Goekler, Heal & Son, Thujaschrank bei Jackson &Graham),für Bücherschränke (H. C. Wolbrandt in Hamburg, J. G. Stettnerin Nürnberg, Franz Grub er in Wien), für Waffenschränke (Mum-precht, Irmler, Lemoine).

Die Credenzen, Sideboards, Buffets, waren äusserst zahl-reich in der Ausstellung vertreten, vorwiegend jedoch nur in derösterreichischen und deutschen Abtheilung, während Engländer undFranzosen* zusammen deren nicht mehr als fünf oder sechs aufzuweisenhatten. Auf äusserst mannigfaltige Art hatten die Aussteller den dreiBedürfnissen gerecht zu werden gesucht, welchen die modernen Cre-denzen dem heutigen Brauche gemäss durch ihre drei wesentlichenTheile: Schrank, tischähnliche -Platte und Börter oder Consolen, zudienen bestimmt sind. Trotzdem vermöchten wir nicht eine wirklichmustergiltige Lösung dieser dreifachen Aufgabe zu bezeichnen. Mei-stens war nach der einen oder anderen Seite hin zu viel oder zu weniggeschehen.

Bald verleugnete der Obertheil seine Bestimmung als Gerüst zumTragen des Schaugeräthes, indem er als allseitig geschlossener Schrankgebildet war, der auf Consolen oder figürlichen Trägern weit über diePlatte vorragte und so die Benutzung dieser äusserst beengte, wiez. B. bei der Credenz von Samuel Kramer in Pest. Bald waren beigelungener Bildung von Unterschrank und zweckmässiger Anordnungder Platte die Consolen und Börter vernachlässigt, entweder figürlichenDarstellungen zu Liebe, wie bei dem oft erwähnten Buffet von Gueretfreres, wo ein Belief, und bei demjenigen von Leo Meyer (Dresden),wo zwei holzgeschnitzte Pagen von beträchtlicher Grösse die Bildungder Börter verkümmerten, oder zu Gunsten eines den mittleren Theilder Rückwand füllenden grossen Spiegels, wie bei dem Buffet Louis XIII.von Snyers-Rang & Co. in der belgischen Abtheilung, bei demjeni-gen von C. Pohl in Berlin und bei einem dritten von Jackson &Graham nach Zeichnung von E. Prignot. Die verhältnissmässigbesten Lösungen dieser schwierigen Aufgabe bot die deutsche Abthei-lung. Als die besseren nennen wir diejenigen von F. Wirths Söhnein Stuttgart, A. 'fürpe in Dresden, J. Heigl in München, Stöve-sandt & Kolmar in Karlsruhe, Joh. Heiniger in Mainz, Degel-beck in Nürnberg, welche ebenso viele besondere Lösungen gefunden,wie sie Credenzen ausgestellt hatten. Eine gewisse Unklarheit warbei vielen dieser Versuche bemerklich, manche Missgriffe in Einzeln-heiten werden später erwähnt werden, im Ganzen ist aber schon hierzu bemerken, dass die lange Zeit landläufige dürftige Bildung der Con-solbretter an der Rückwand in Abnahme kommt, vielmehr diese Seitedes Möbels mit Entschiedenheit betont wird. In diesem Streben wird