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Gruppe VIII. Holz-Industrie.
selbst in seiner Erhaltung gefährdet wird, bei den meisten deutschenMöbelbauern fast unzertrennlich von der Entfaltung grösseren Reich-thums.
Es ist hier nicht unsere Aufgabe, von diesem Standpunkte aus dieTheorie des Möbelbaues zu entwickeln. Wir erwähnen desselben in seinerAllgemeinheit nur, weil die Besprechung der einzelnen Gegenständeuns des Oefteren Gelegenheit zu seiner Nutzanwendung bieten wird.Dagegen haben wir noch an dieser Stelle darzulegen, welche Formenoder, genauer gesagt, welche Möbelschemata in dem auf der Weltaus-stellung vertretenen Mobiliar die herrschenden, und welche Tendenzenzu Neubildungen bemerkbar waren.
Nach dem amtlichen Berichte der deutschen Zollvereinsregierun-gen über die Londoner Weltausstellung des Jahres 1862 gewann damalsdie decorative Kunst in der Möbelindustrie vorzugsweise Ausdruck anzwei charakteristischen Möbelstücken: für England am Sideboard, fürFrankreich am Schrankmöbel. Als charakteristisches Möbel für Deutsch-land wurde etwa der Secretär oder die Commode bezeichnet. Auf derWiener Weltausstellung war dies anders geworden: der Sideboardschien für England in die zweite Reihe getreten; mit gleicher Ent-schiedenheit wie die französische hatte sich die englische Möbelindu-strie für die Enfaltung ihrer besten Kräfte des Schrankes , und zwareiner ganz bestimmten Form desselben bemächtigt. Diesmal warenes die deutschen Aussteller, welche mit Vorliebe am Sideboard ihrKönnen zeigten, während in der österreichischen Abtheilung das Bett-gestell charakteristisch vorwaltete, ohne dass jedoch Möbel dieser Artden Höhepunkt der Leistungen beider Länder bezeichneten.
Das Schema, nach welchem wir viele und die reichsten Schrank-möbel in der französischen und englischen Abtheilung gebaut fanden,ist das folgende: Vier oder sechs niedrige, meist kugel- oder ge-
drückt-vasenförmige Füsse tragen eine kräftige Sockelplatte, auf wel-cher sich hinten eine feste Rückwand in der ganzen Breite des Schran-kes, vorn zwei oder vier Stützen in Säulen-, Hermen- oder Karyatidenformerheben. Rückwand und Stützen tragen zusammen einen meist alsGebälk oder sonst mit fortlaufendem Ornament charakterisirten, bis-weilen zur Aufnahme von Schubfächern eingerichteten festen Rahmen,auf dem die Platte liegt, welche den Schranlctheil trägt. Der Einthei-lung des letzteren — bald nur ein Fach, bald deren drei, ein mittleresbreites, zwei schmälere seitliche — entspricht die Anordnung derThüren, hinter denen je nach der Bestimmung Börter oder kleineSchubfächer angebracht sind. — Nach diesem Schema, welches einerin der zweiten Hälfte des sechszehnten Jahrhunderts in Aufnahme ge-kommenen Form entspricht, waren unter Anderem die von Roudillon,Gueret freres und Christofle & Co. ausgestellten Prachtmöbelgebaut. Jackson & Graham hatten dasselbe einem durch Elfenbein-