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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
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I. Die Erzeugnisse der Möbeltischlerei etc.

In ihrer Art vollkommene, sehr anziehende Beispiele der Einrich-tung vonWohnräumen hatten die Japaner in einer Reihe von Compar-timenten ihres Hofeinbaues zusammeugestellt.

Für eine künftige Weltausstellung empfiehlt es sich, der in denangedeuteten Beispielen bethätigten Richtung entschiedeneren Ausdruckzu geben, als in Wien der Fall war. Aber noch ein anderer Gesichts-punkt verdiente, besonders von Seiten der Deutschen, eine wohlbedach-tere Würdigung: nicht nur die Zimmer im Ganzen, auch die einzelnenMöbel sollten womöglich in eben der Vollständigkeit und Ausschmückungzur Ausstellung gebracht werden, in der sie beim Gebrauch sich darzu-bieten bestimmt sind. Holzgestelle für Sitzmöbel als nackte Gerüstezu bringen, scheint schon Wenigen mehr schicklich, die Wenigsten aberhaben ein Verständniss dafür, dass z. B. eine Credenz mit kahlerMarniorplatte, mit leeren Börtern und Consolen eiu Ding ist, das unsim wirklichen Leben nicht vor Augen kommt oder doch nicht kommensollte, mit anderen Worten, dass die ergänzende Ausstattung derselbenmit allerlei thönernem oder metallenem Geräth gewissermaassen einenintegrirenden Theil des Möbels ausmacht, dass letzteres nur dann sei-nen Zweck vollkommen erfüllt, wenn es derartigem Geräth auch pas-sende und in richtigem Verhältniss zum Ganzen angebrachte Standorteanweist. Man versuche nur einmal die praktische Durchführung diesesGedankens bei unseren landläufigen Credenzen und man wird alsbaldihrer Fehler im Aufbau gewahr werden: der Unschönheit ihrer mit

mageren Consölchen, aber desto fetteren Reliefs versehenen Rückwand,und der unruhig ausgeschweiften, eines kräftigen Abschlusses entbeh-renden Bekrönung der letzteren. Man vervollständige einen Side-Board,wie den von Cooper & Holt ausgestellten, so wie er bei besetzterTafel prangen soll, und man wird nicht lange im Zweifel darüber sein,wie verfehlt die Bemalung seiner Rückwand mit ländlichen Scenenin ungebrochenen Farben auf Goldgrund, denn, man setze darauf,was man wolle, die Farben und Glanzlichter werden durch einanderschreien, die stückweise Verdeckung der Bilder weder diesen noch demdavorgestellten Geräth zuin Vortheil gereichen. Der Anschauungs-unterricht, welcher durch dergleichen Vervollständigungen der Möbelauf den Ausstellungen dem Publicum ertheilt würde, müsste den wohl-thätigsten Einfluss üben auf die Entwickelung des Verständnisses füreine geschmackvolle Gestaltung des äusseren Lebens. Nicht den Ore-denzen, Buffets, Sideboards allein würde dies zu Gute kommen, auchzahlreichen anderen, insbesondere allen zur Schaustellung irgend wel-cher Gegenstände bestimmten Möbeln : Etageren, Schauschränken fürPretiosen und Raritäten, Büchergestellen und Bücherschränken, Con-solen uud Ständern. .Holland & Sons hatten ihren grossen in einemwunderlichen Mischstil von gothischeu Zierformen und Lederrollwerkausgeführten Bibliothekschrank seiner Bestimmung gemäss mit Büchern