I. Die Erzeugnisse der Möbeltischlereimit ihren Hilfsgewerben.
Wie in den meisten der Weltausstellungsgruppen, erschwertenauch in der Gruppe der Holzindustrie die mangelnde Uebersicht imGrundplane der Anordnung und die unvollkommene Ausführung des-selben das vergleichende Studium. Gesteigert wurde dieser Missstanddadurch, dass die Erzeugnisse der Holzindustrie nicht nur in der Ro-tunde, in den Gallerien und Hofeinbauten aufgestellt, sondern auch inMaschinen- und Agriculturhallen, in Additionalbauten, fürstlichen Pa-villons , Commissionshäusern und Arbeiterwohnungen durch das weiteGebiet des Praters zerstreut, einige Objecte gar in der Stadt am Park-ring zu suchen waren, wo die französischen Aussteller ihrem Landes-commissar stattliche Empfangssäle eingerichtet batten. Im Ganzenkonnte daher die Ausstellung der achten Gruppe für die grosse Mehr-zahl ihrer Besucher nicht in dem Umfange und mit dem Nachdruckbelehrend und anregend wirken, wie es die Fülle und die Bedeutungdes Materials unter anderen Verhältnissen vermocht hätten.
Bevor wir dieses Material nach seinen Formen und den bei seinerHerstellung angewandten technischen Künsten würdigen, seien einigeeinleitende Worte darüber gestattet, wie dieses Mal bei der Schaustel-lung von Erzeugnissen der Möbelindustrie im Einzelnen verfahren worden.
Zuvörderst ist zu bemerken, dass die Ausstellung vollständigerZimmereinrichtungen nur in Ausnahmefällen versucht worden war,und dass in manchen Abtheilungen, vornehmlich der deutschen, dieseAusnahmen bei der Raumzutheilung nicht diejenige Berücksichtigunggefunden hatten, die sie verdienten. Im Programm der Wiener Aus-stellung war dergleichen Einrichtungen durch eine besondere Gruppe,die des „bürgerlichen Wohnhauses“, ein weiter Spielraum eröffnet.Im Vergleich mit früheren Ausstellungen war sonderlich Neues damitnicht erreicht worden. Ein entschiedener Missgriff aber war es, dieBeurtheilung dieser 19. Gruppe einer besonderen Jury zuzuweisen. Die