Section III. Waffen, mit Ausnahme der Kriegswaffen. 327
schaft inFerlach in Kärnthen mit 61 Theilnehmern lieferte in ihremreichen Assortiment den Beweis, dass sie in Bezug auf die Billigkeitihrer Fabrikate mit Lüttich in die Schranken treten und den Bedürf-nissen überseeischer Märkte wohl entsprechen kann. Sehr schöne undbillige Waaren hatte auch Leopold Grass er in Ottakring bei Wiengebracht. Im Pavillon der Kärnthener Montanindustrie befand sichendlich eine instructive Sammlung von Damascirungen für Gewehr-läufe von Joh. Schaschl in Ferlach.
AusBuda-Pest ist Joh. Kirner mit guten Luxuswaffen zu nennen.
Wir haben damit die Beihe der Länder erschöpft, welche Schuss-waffen, fabrikmässig erzeugt, als Handelswaare liefern. Wohl findenwir in den Ausstellungen der übrigen Staaten, namentlich in denendes Orientes, zahlreiche Sammlungen von Waffen aller Art, doch sinddieselben ausschliesslich nicht wegen ihrer technischen Eigenschaftenals Waffe, sondern wegen ihrer Verzierung durch kunstgewerblicheArbeit hierher gebracht worden. Es sind zum Theil sogar alte Ar-beiten, welche lediglich vom künstlerischen Standpunkte aus ausstel-lungsberechtigt waren oder historischen Werth haben, als W affenjedoch unseren westländischen Fabrikanten nur ein mitleidiges Lächelnabnöthigen. Wir fanden da z. B. in der Abtheilung von Britisch-Indien,vom Kaukasus, Tunis, Aegypten, der Türkei und Persien wahrhaftePrachtstücke für Museen und Liebhaber, deren wir zum Theil auch schonin der Besprechung der Gold- und Silberarbeiten gedacht haben, hierjedoch müssen wir sie übergehen.
Noch geringer war in den westlichen Staaten die Ausstellung vonblanken Waffen. Es fanden sich wohl einzelne Assortimente vor, dochmachte die Jury bei der eingehenden Beurtheilung derselben „dienicht gerade überraschende, weil nicht mehr neue Beobachtung, dassalle Aussteller in Belgien, Oesterreich und Deutschland sich zur Her-stellung ihrer blanken Waffen der ausgezeichneten Solinger Klingenbedient hatten. Der Fall schien ihr bemerkenswerth genug und hierso vereinzelt, dass sie es für ihre Pflicht hielt, der Handelskammervon Solingen als der Vertreterin des betreffenden industriellen Be-zirkes das Ehrendiplom zuzuerkennen.“ (Neeff.)
Leider wurde diese Auszeichnung von dem Rathe der Präsidentenverweigert.
In der Solinger Abtheilung, einer Collectivausstellung mit 14Theilnehmern, hatte nur ein einziger Fabrikant Klingen ausgestellt.Die Solinger Klingenfabrikation ist aber eine der wichtigsten undbedeutendsten der Welt. Wann die ersten Fabriken dort begründetwurden, ist unbekannt, doch wird vermuthet, dass die ersten Klingen-schmiede aus Steiermark oder Eisass eingewandert seien. Actenmässigbelegt reicht die Geschichte dieser Industrie bis zum Anfang des 15,Jahrhunderts zurück.