314 Gruppe VII. Metall - Industrie.
berg sendeten auch die verhältnissmässig grösste Zabl (neun) Ausstel-ler nach Wien.
Bei den Kochherden giebt sich nahe dasselbe Verhältniss der Zahlder von den einzelnen Ländern geschickten Aussteller zu erkennen,wie bei den eisernen Oefen: Deutschland steht oben an mit 16 Aus-stellern, dann folgt Oesterreich mit 14, Frankreich mit 4, die Schweizmit 3 Ausstellern. Wenn nun auch der Zahl nach Deutschland über-wiegt, so dürfte der Werth der ausgestellten Stücke für Oesterreichmehr ins Gewicht fallen, da von hier eine Anzahl sehr grosser undsplendider Restanrationsherde gekommen war. Ueberhaupt zeigte sichvielfach ein Luxus in diesem Artikel auch bei den französischen undschweizer Fabrikaten; es sind dies gewissermaassen schon technischeApparate, bei denen um den Preis, der häufig in die Tausende Markgeht, nicht so sehr gefeilscht wird. — Dass in den Kochherden Oester-reich mehr hervorragte, wie in den Oefen, findet seine Erklärung darin,dass letztere meist Producte von Hütten oder grösseren Giessereiensind, während erstere, mit Ausnahme der Kochplatten ganz ausSchmiedeeisen gefertigt werden und somit aus der Schlosserwerkstättehervorgehen. In der That ist dem Schlossergewerbe ein neues Er-werbsgebiet durch diese Erzeugnisse wie durch eine Anzahl anderermoderner Artikel, unter anderem die Cassenschränke, theilweise auchdie aus Blech hergestellten Mauteiöfen, eröffnet worden. Uebrigeus istunter den österreichischen Ausstellungsorten fast allein Wien und zwarmit zehn Firmen vertreten, woraus zu schliessen sein dürfte, dass imUebrigen die Herdfabrikation in Oesterreich noch nicht sehr entwickeltist; die deutschen Aussteller hingegen kamen von den verschiedenstenOrten, allerdings überwiegend aus Südwestdeutschland.
Deutschland. Deutschland hatte namentlich eine grosse Zahleinfacher und eleganter Familienkochherde gebracht, für alle Anforde-rungen bestimmt. Ein Herd muss pmncipiell die folgenden Theilebesitzen: erstens eine freie Platte zum Aufstellen der Töp>fe, in welchenbloss mit Wasser gekocht oder einseitig mit Fett gebraten respectivegeröstet wird; zweitens einen vom Feuer ringsum getroffenen, geschlosse-nen Kasten für Braten oder Kuchen, den Brat- oder Backofen; endlichein Wasserschiff, um eine grössere Menge heissen Wassers, das fürsKochen wie für das Reinigen der Gefässe so nothwendig ist, stets imYorrath zu haben. Was die Zugführung anlangt, so ist sie sachlichin der Weise vorgeschrieben, dass das Feuer erst unter der Kochplatteentlang zieht, dann den Backofen umspült und endlich mit der nochinnewohnenden Wärme das Wasserschiff erhitzt. Unter den mancher-lei hierfür ersonnenen Formen lässt sich eine als besonders zweck-mässig hervorheben. Der Herd hat die zumeist übliche Form einesTisches oder besser einer Kommode, da er ringsherum geschlossen ist;