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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
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Gruppe VII. Metall - Industrie.

namentlich des Spiegeleisens, in wenigen Jahren mehr gefördert alsfrüher ein Jahrhundert. Durch die Auffindung der Möglichkeit, mitBrennmaterialien 0, die vor Einführung der Gasfeuerung kaum einenWerth hatten, durch diese Temperaturen hervorzubringen, welche biszur Grenze der Feuerfestigkeit unserer besten Ofenmaterialien gehen,bleiben den Hochöfen die besseren ihnen unentbehrlichen Brennstoffeunverkürzt und werden sie dadurch in den Stand gesetzt, das immersteigendeBedürfniss an Boheisen zu decken. (Dorn.)

Zu den wesentlichsten Fortschritten im Fache des Giessens derMetalle gehört die fast ausschliessliche Anwendung des Sandformensund die Erleichterung und Beschleunigung dieses Formens durch aller-lei Vorrichtungen. Namentlich für den Guss von Maschinentheilen,welche häufig Vorkommen, wie Räder, besonders Zahnräder, hat manMaschinen erdacht, welche die mühsame uud kostspielige Anwendungder Holzmodelle ersparen.

Die ungeheure Bedeutung des Gusses' in Eisen, besonders für denMaschinenbau, hat in der neueren Zeit noch an Umfang gewonnendurch die enorm vermehrte Anwendung gusseiserner Theile im Briicken-und Hochbau. Sehr ausgedehnt ist auch die Fabrikation gusseisernerOefen, besonders seit man durch rationelle Anwendung des Füllregulir-systems die hauptsächlichsten Uebelstände der gewöhnlichen eisernenOefen zu beseitigen verstanden hat.

Der Kunstguss in Eisen ist für figürliche Gegenstände in den 80erJahren des vorigen Jahrhunderts/ auf den Werken in Lauchhammerversucht worden, doch haben sich die sanguinischen Hoffnungen, welcheman von dem Ersatz des Bronzegusses durch den Eisenguss besondersfür monumentale Gegenstände gehegt hatte, nur zum Theil erfüllt.Ein Hauptübelstand des Eisens liegt in seiner leichten Oxydirbarlceitund der wenigstens bis jetzt noch vorhandenen Unmöglichkeit, dasMetall anders als durch einen entstellenden Lack- oder Oelfarbanstrichzu schützen. Von Schott in Ilsenburg ist nach dieser Richtung hinEiniges versucht worden, wovon die Ausstellung Proben gab.

Der Feinguss von Galanteriewaaren wurde zuerst von der könig-lichen Eisengiesserei in Berlin, daun auf den Gleiwitzer Hütten inOberschlesien betrieben. Seit den 40er Jahren zeichnet sich Ilsenburgund in neuerer Zeit Mägdesprung und Wasseralfingen darin aus.

Schmiedbarer Guss wurde schon zu Anfang des 18. Jahrhundertsherzustellen versucht, doch ist erst seit der Einführung des zum Theilnoch jetzt üblichen Verfahrens von Lucas, 1804, ein brauchbaresResultat erzielt. Seit den 30er Jahren wird in Frankreich, Deutsch-land und Oesterreich viel und, wie wir sehen werden, mit gutem Erfolg

!) Selbst mit bituminösen Schiefern, welche nur 12 Proc. organische Substanz enthalten (Wiirttemb. Gewerbebl. 187:5, Nr. 16).