Die mannigfachen Umformungen, welche das Project, die Verhält-nisse des Heerwesens in einer besonderen Gruppe der Wiener Ausstel-lung zur Anschauung zu bringen, erfahren hat, konnten auf die Dar-legung des Militairsanitätswesens in einer Section dieser Gruppe nurhöchst ungünstig einwirken. Das Programm für die Bildung dieserSection, das bereits im Frühjahr 1872 an hoher maassgebender StelleBilligung gefunden, war reich veranlagt gewesen; es hatte sich zumZiele gesteckt, alle diejenigen Hilfsmittel vorzuführen, welche die Pflegeund Heilung des kranken und verwundeten Kriegers zu fördern imStande sind. Alle Einleitungen waren im Gange, um diese internatio-nale Specialausstellung zu einer gediegenen zu machen. Da erfolgteder Beschluss des k. k. österreichisch - ungarischen Ministerratlies:eine Bewilligung von besonderen Mitteln für Zwecke einer Ausstellungaus dem Bereiche der 16. Gruppe (Heerwesen) nicht eintreten zu lassen,und mit ihm musste der Versuch scheitern, das Militairsanitätswesenüberhaupt in der Wiener Exposition vertreten zu sehen.
Wenn unerwartet, nach Ablauf eines Jahres, im April 1873, dieVerhältnisse sich wieder günstiger gestalteten, so ist dieses vorzugs-weise dem Einflüsse höchstgestellter Personen zu verdanken,"'deren besonderer Protection und voller Theilnahme sich das Sanitäts-wesen erfreut, sowie dem regen Eifer, welchen namhafte Fachgelehrteunausgesetzt der Sache gewidmet hatten 1 ). Die ursprünglich beab-
*) Grosses Verdienst um das Zustandekommen der Ausstellung für Militair-Sanität und freiwillige Hilfe im Kriege, sowie um Einrichtung des Sanitäts-pavillons haben namentlich die Herren: Hofrath Prof. Dr. Billroth, Prof.
Dr. Baron von Mundy und Dr. Wittelshöf er zu Wien.