Druckschrift 
Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
Seite
119
Einzelbild herunterladen
 

119

Sectiou II. Allgemeine Bewaffnung etc.

sobald sie niedergedrückt werden. Der Rücklauf wird durch einBrooktau anfgehalten. Zu seiner Verminderung dient eine Bremse mithölzernen Backen, welche durch einstellbare Schrauben gegen deneisernen Rahmen gepresst werden. Der Rahmen lagert vorn und hin-ten auf grossen Rollen, ein mit diesen verbundener Schneckenräder-mechanismus , der durch Handkurbeln bewegt werden kann, gestattetdie Drehung des Geschützes um den Schwenkungspunkt.

2. Ein Triqueballe für den Transport neun- und elfzölligerschwerer Geschütze, nach dem Systeme Vyschnegradsky con-struirt.

Er besteht aus Vorder- und Hinterwagen, letzterer in Laffeten-form. Der Vorderwagen führt eine stählerne, in der Mitte miteiner Kugel versehene Achse, die durch vier Achsmitnehmer und zweiDeichselscheerarme mit einer eisernen Sprengwage verbunden ist. Diehölzernen Vorderwagenräder führen bronzene Büchsen, haben 1'4 mHöhe und 2'1 m Geleise. Der Hinter wagen trägt auf einer stäh-lernen Achse zwei eiserne Wände, die sich nach vorn zu verengen undzwischen sich einen Kloben führen, der, mit einem Kugellagerabschnitteversehen, die Kugel der Vorderwagenachse umfasst.

Das eigentliche Hebewerk besteht aus drei Schraubenspindel-systemen , von denen das eine vorn zwischen den Hinterwagenwänden,die beiden anderen hinten an der Achse angebracht sind. Die vordereSchraubenspindel leitet eine starke Geschütztragkette. Die hinteren,mit einander in Verbindung stehenden Schraubensysteme werden durchSchneckenräder gleichmässig bewegt und dirigiren ebenfalls eine fürAufnahme des Geschützrohres bestimmte Kette. Die hölzernen Hinter-räder (3 m hoch) führen eine Gelenkbremse , ihi>e Geleisweite beträgt2'5 m. Das Gespann des Triqueballe ist auf vier Pferde bemessen.

Das Fahrzeug erscheint ziemlich complicirt und in gewaltigenDimensionen ausgeführt; ob es mit Leichtigkeit zu functioniren ver-mag, entzieht sich der Beurtheilung, da über angestellte Versuche nichtsbekannt geworden.

3. Ein Hebezeug zum Emporwinden schwerer Rohre. Dasselbewird im Principe aus zwei eisernen Gestellen gebildet, die oben durcheine starke T-Sohiene verbunden sind, welche in Schraubenmechanismender Seitencoulissen eingelagert ist und durch diese hoch und niedriggestellt werden kann. Auch diese Maschine erscheint etwas schwerund möchte wohl nicht mehr leisten, als die so wirksamen Locomotiv-winden.

4. Das Modell für einen 50-Tonnen-Dampfhammeramboss,im Gewichte von 12 666 Kg.

Th. Maxim off (St. Petersburg) führte einen nach seinen Anga-ben von dem Mechaniker Brauer angefertigten Kaliber messer fürgezogene Geschütze vor, in dessen innere Detailconstruction jedoch die