Druckschrift 
Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
Seite
43
Einzelbild herunterladen
 

43

Section II. Allgemeine Bewaffnung etc.

das früher für Papierpatronen mit gasabsperrender Liderung bestimmtwar und daher am Yerschlussstftck ein Piston besass, ist jetzt in seinerVerbesserung für Metallpatronen eingerichtet und mit einem gutenExtractor versehen worden. Auch Sharps Fabrik erfreut sich einesnamhaften Rufes. Die amerikanische Armee benutzte währenddes Krieges an 150 000 Stück ihrer Gewehre. Die U. St. Armory(Springfield) hatte die Modelle für die in der Armee benutzten Trans-formationsgewehre, Carabiner und Pistolen nebst der zugehörigen Mu-nition in den einzelnen Stadien der Fabrikation eingeliefert, um überden Herstellungsmodus der verschiedenen Theile genauen Aufschlusszu gewähren. Das sehr tüchtige Springfieldgewehr (abgeändertes Re-mington-Gewehr) führt den Charnierverschluss, und ist die grosse Staats-fabrik darauf eingerichtet, täglich an 1000 Stück liefern zu können.

Von der Providence Tool Co. (Providence in Longe island),einem ebenfalls ansehnlichen Etablissement, das während des amerika-nischen Krieges täglich gegen 200 Gewehre anfertigte, stammte eineganze Reihe von Hinterladern: Jagdflinten, Carabiner, Infanterie-gewehre. Am bemerkenswerthesten darunter war ein verbessertesPeabody-Gewehr.

Die Firma E. Remington and Sons (Ilion in Newyork) führteeine glänzende Sammlung ihrer vorzüglichen Gewehre und Munitionvor. Das durch seine einfache, solide Construction ausgezeichnete undallgemein wohlbekannte Remington-Hinterladersystem hat seit der Zeit,dass bei demselben die Metallpatrone mit Centralzündung in Anwen-dung gekommen, wohl die weiteste Verbreitung von allen Gewehr-arten gefunden. Ausgestellt waren die Modelle des Gewehres vonSchweden, Dänemark, Spanien (Cuba), Aegypten, ebenso die in der Armeeder Vereinigten Staaten eingeführten Infanteriegewehre und Carabiner,darunter auch das Springfieldmodell (umgeändertes Remington-Gewehr).

Diese amerikanischen Muster zeigten eine kleine Abänderung derArt, dass der Schlossmechanisnins jetzt zwei Rasten besitzt. DasLaden erfolgt bei der Stellung des Hahnes in der ersten Ruhe, zumAbfeuern ist mithin ein nochmaliges Spannen nothwendig. Die Sicherheitdes Gewehres hat durch diese Einrichtung wohl gewonnen, aber dieManipulation ist dadurch auch wieder vielfältiger geworden. Einezweite Verbesserung betrifft die Anbringung eines Extractors, um dieMetallhülse und deren Reste sicher und rasch zu entfernen und dadurchder Möglichkeit vorzubeugen, dass sich die neu einzulegende Patronein Folge der Friction beim Laden entzündet. Da jedoch dieser Extrac-tor noch immer verhältnissmässig langsam wirkt, so dürfte die erzielteVerbesserung keine sehr wesentliche sein.

Von kleineren Schiesswaffen waren zu schauen: Pistolen, Revolver,Revolverflinten und Stocldlinten in grosser Mannigfaltigkeit, dieRevol-