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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
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Section II. Allgemeine Bewaffnung etc.

geschütze repräsentiren, die Gatlingsche Revölverkanone mit conti-nuirlichem Feuer und die Moutignyscke Mitrailleuse mit lagenweiseunterhaltenem Feuer, als die geeignetsten erwiesen, und Einführungin Russland, England, Oesterreich - Ungarn und in der Türkei gefun-den. Sie waren in der Ausstellung mehrfach vertreten.

Der Krieg von 1870/71 hat über den Werth der Mitrailleuse keinbesonders günstiges Urtheil fällen lassen. Wenngleich nicht zu ver-kennen ist, dass sie für Fälle der ausgesprochenen Defensive alsoin Festungen und Positionen gewisse Brauchbarkeit besitzt, so istihre Wirksamkeit für das Feld doch eine zu beschränkte. Sie bean-sprucht in Bedienung und Bespannung die Stelle eines Geschützes undkann doch dessen Feuerthätigkeit nicht erreichen.

In Frankreich denkt man schon daran, die Mitrailleuse vom Feld-etat abzusetzen, und so möchte die Zeit nicht allzu fern mehr lie-gen , in der sie ganz wieder vom Schauplatze verschwunden sein wird.

Wohl mit die wesentlichstenUmänderungen und die erheblichstenFortschritte haben seit Einführung der gezogenen Röhre dieGeschützefür den Festungs- und Seekrieg erfahren. Die Ansprüche an dieWirksamkeit, Treffsicherheit und Tragweite der Geschosse rangirenbei ihnen allen anderen voran, sie sind die maassgebenden, und fanddaher das Princip der Hinterladung bei diesen Geschützen unbestritte-nen Eingang. Der directe Schuss hat durch sie eine Machtsphäreerhalten, die man früher für kaum erreichbar gehalten. Die Anwendungder gleichen Constructionsprincipien' auf die Wurfgeschütze gab dannin neuester Zeit auch dem Yerticalfeuer einen hohen Grad von Voll-kommenheit. Es ist endlich lediglich durch diese Präeisionsgeschützeerreichbar geworden, auch den indirecten Schuss, welcher vordem,vermöge seiner schwierigen Ausführung, mehr oder weniger problema-tisch erschien, zu solcher Zuverlässigkeit zu bringen, dass schon da-durch der Kampf um die Festungen einen entschieden neuen Charaktererhalten hat. Der deutsch-französische Krieg liefert hierzu die Belegein Menge. Alle Ilülfsmittel, über welche die so vorgeschrittene Tech-nik zu gebieten vermag, sind neuerdings angewendet worden, um dieEinrichtungen für Bedienung und Handhabung schwerer Geschützeauf das Aeusserste zu erleichtern und zu vervollkommnen. Die ange-strengten Bemühungen der Neuzeit Geschützrohre grösster Kaliber zuschaffen waren aber auch für die gesammte Metallindustrie von dernamhaftesten Bedeutsamkeit; sie hat sich durch diese Leistungen zugrosser Vollkommenheit emporgeschwungen.

Von entscheidender Wichtigkeit sind jene mächtigen Geschützefür die Umgestaltung des Seewesens geworden. Bis zum Ende derfünfziger Jahre galten die glatten Bombenkanonen mit ihren Hohl-geschossen als die furchtbaren Gegner der hölzernen Kriegsschiffe. DasMittel, um ihnen erfolgreich widerstehen" zu können, wurde in der

Wiener Weltausstellung. III. 2. g