23
Section I. Truppenausrüstung und Bekleidung.
Mehr und mehr beginnt der Gebrauch solcher Conserven, der inder Marine schon seit längerer Zeit stattfindet, auch für die Landarmeesich Bahn zu brechen. Es lässt sich sicher Voraussagen, dass in Zukunftdie conservirten Nahrungsmittel für die Verpflegung der Armee inausgedehntestem Maasse Anwendung finden werden und dass durch siedie Schlagfertigkeit und Unabhängigkeit der Truppen beträchtlichgemehrt werden wird.
Allen Lebensmitteiconserven voran ist seinem Werthe nach dasconservirte Fleisch zu stellen. Es gehörte seither zu den grossen,leider nicht abstellbaren Missständen, Schlachtviehheerden den marschi-renden Armeen nachzuführen. Dieses abgetriebene, magere Vieh liefertstets ein zähes, trockenes und (wenn frisch geschlachtet) selbst nachstundenlangem Kochen nicht geniessbares Fleisch. — Seine Herstellungnimmt eine kostbare Zeit in Anspruch, und so giebt es eine theure undschlechte Kost, anderer damit verbundener Uebelstände nicht zu ge-denken.
Dem Allen würde durch gut zubereitetes conservirtes Fleischwohl abgeholfen werden, durch Fleischconserven in solch compendiöserForm, dass der Soldat einige Portionen davon bequem bei sich führenkönnte.
Die bisherigen Büchsen- Fleischconserven Hessen allerdingsnoch Manches zu wünschen übrig, überdies kommt das Präparat imInlande der hohen Fleischpreise, der namhaften Anfertigungskosten undder erforderlichen Blechhülle wegen zu theuer zu stehen. Es beginntsich aber auch hierin ein Fortschritt anzubahnen, und werden jetztnamentlich aus den australischen Colonien Englands vorzügliche Sortenvon conservirtem Fleische auf den Londoner Markt gebracht, die freivon Knochen sind und sich trotz der Blechbüchsen immer noch billigerstellen, als das frische inländische Fleisch.
Von einigen fünfzig Fleischeonservirungsgesellschaften, die in denColonien existiren, ist bereits im Jahre 1872 Fleisch im Werthe von6 Millionen Thalern nach London gesendet worden. Mehrere dieserCompagnien,z.B. die Central-Queensland-Fleischconservirungs-gesellschaft, die Melbourner Fleischconservirungsgesell-schaft, die Victoria-Fleischconservirungsgesellschaft zu Mel-bourne, die westliche Fleischconservirungsgesellschaft zuColac, die Canterbury meat Preserving Company (Neu-Seeland) etc.hatten ihre Präparate auch auf die Ausstellung gebracht. Alle dieseConserven, welche noch immer der hermetisch verschlossenen Blech-büchsen benöthigt sind, würden erheblich billiger werden und für denFeldgebraitch bedeutend gewinnen, wenn es gelänge, eine einfachereBewahrungsmethode zu erfinden, welche dem Fleische seine volle Güteerhielte.