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Bd. 3, Abt. 2 (1874)
Entstehung
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Allgemeines.

So haben denn auch in der That viele Regierungen und geradediejenigen hervorragender Militärstaaten, sieh an der Ausstellung fürdas Heerwesen fast gar nicht betheiligt eine Ausnahme ist nur iiider Section für das Sanitätswesen eingetreten und selbst Oester-reich , das wohl am ersten verpflichtet und berufen gewesen wäre, daserlassene Programm in seinem ganzen Umfange zu erfüllen undzu stützen, hat demselben geringe Beachtung geschenkt. Undmehr oder weniger ist denn aus dem so gross geplanten und reichangelegten Entwürfe, der eine volle Einsicht in den 'Wehrapparat zugeben beabsichtigte, nur eine Ausstellung hervorgegangen, in welchersich bekundet, welchen mächtigen Einfluss die fortschreitende Industrieauf die Technik im Heerwesen gewonnen hat. Es sind aber allerdingsauch Ausnahmen von dieser Regel anzuführen.

Die beiden skandinavischen Reiche, die Schweiz und Un-garn, sie haben getreulich der ergangenen Aufforderung entsprochen,und in eigens dazu hergerichteten Räumen, zum Theil in schönen Zelt-baracken, ein anschauliches, möglichst vollständiges Bild ihrer Heeres-einrichtungen zu liefern versucht. Ebenso hat Russland in einembesondern, grossartig ausgerüsteten Pavillon seine enormen Fortschritteund seine Leistungsfähigkeit im Waffenwesen prägnant und instruc-tiv bezeugt. Auch Italien und namentlich Spanien sind bemüht ge-wesen, die 16. Gruppe angemessen und vollständig auszustatten.

Oesterreich, Frankreich, England, das Deutsche Reichhaben sich zwar in officieller Weise nicht betheiligt, aber die imposantePrivatindustrie dieser grossen Militärstaaten, eine Industrie, deren Er-zeugnisse den ersten Rang beanspruchen, ist dafür um so gewichtigereingetreten und bekundet namentlich, auf welcher Stufe der Vollkom-menheit sich die Waffentechnik in diesen Reichen befindet.

Dabei ist jedoch lebhaft zu bedauern, dass das gelieferte schöne,reichhaltige Material, nicht, wie es bei den erstgenannten Staaten ge-schehen, wenigstens länderweise, einheitlich gruppirt und angemessenzusammengefasst worden. So fanden sich diese Gegenstände verein-zelt, weithin zerstreut, je nach dem gerade vorhandenen Raume unter-gebracht. Manche und wohl mit die wichtigsten Objecte waren ur-sprünglich anderen Gebieten eingereiht worden, und gelangten erstspäter in den Bereich der 16. Gruppe, so beispielsweise die grossarti-gen Erzeugnisse des Kr uppsehen Etablissements, die Produete derBochumer Gussstahlfabrik, der Fabrik von Berger & Co. inWitten, die der Gewehrfabrik in Steyer, der Patronenfabrikvon Roth und andere. Manche wichtige militairische Artikel sindgar nicht an die Gruppe gewiesen worden und darunter gerade solche,die ihr in erster Reihe zugehört hätten, wie z. B. die Kriegsfeuerwaf-fen der berühmten Dreyseschen Fabrik.