der Jahre erfolgten Erweiterung seiner Herrschergewalt und ganz be-sonders nach seinem Siege im Innern. (17.) Denn er verwandtenicht nur größere Sorge auf die Anschaffung von Getreidevorräthen,sondern stellte auch Vielen große Summen von Gold und Silber, dieein Gewaltherrscher ') weggenommen und ausgegeben hatte, aus sei-nem Privatschatze zurück, während sonst auch gütige Fürsten nur dennackten Grund und Boden und verwüstete Landgüter, und selbst dießkaum, zurückzugeben pflegten. (18.) Ich erwähne nun noch jeneminder wichtigen und, so zu sagen, innerhalb des Palastes gebliebenenHandlungen, die aber, eben weil sie verborgen sind, die Augen undOhren der nun einmal von Natur neugierigen Menschheit um so mehrauf sich ziehen. Theodosius verehrte seinen Oheim wie einen Vater,behandelte die Kinder seines verstorbenen Bruders und seiner Schwesterwie seine eigenen, und umfaßte seine Verwandten, mochten sie es durchdie Geburt oder Heirath sein, mit den Gesinnungen eines Vaters. Ergab geschmackvolle und heitere Gastmahle, jedoch keine verschwenderi-schen , und stimmte den Ton seiner Unterhaltung nach dem Charakter,den Beschäftigungen ^) und dem Range der Personen, in seiner SpracheAnmuth mit Würde vereinigend. Er war ein zärtlicher Vater undein verträglicher Gatte. (19.) Körperliche Hebungen trieb er wederals Reizmittel, noch bis zur Ermüdung; hatte er Muße, so gewährteer seinem Geiste mehr durch Spazierengehn Erholung, und erhielt sichseine Gesundheit durch Mäßigkeit im Essen. So schied er im Friedenund im fünfzigsten Lebensjahre zu Mediolanum aus dem Leben, indemer beide Reiche seinen beiden Söhnen Arcadius und Honorius im Zu-stande der Ruhe hinterließ. (20.) Sein Leichnam wurde in demselbenJahre nach Constantinopel geschafft und daselbst beerdigt.
i) Es ist der Maximus gemeint.
Nach der Lesart xro xargorüs, stuäio, äixnitLtidu8.
Druck von C. Hoffmann in Stuttgart.