Druckschrift 
2 (1866)
Entstehung
Seite
92
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in manchen Stücken das rechte Maaß nicht beachtete. Seine Ruhm-sucht war ungemessen, seine Verehrung der Götter eine abergläubische,seine Kühnheit größer, als sür einen Kaiser ziemt, welcher der Sicher-heit Aller wegen, sowohl überhaupt, als besonders im Kriege, für dieErhaltung seines eigenen Lebens besorgt sein muß. (8.) Jeneglühende Ruhmbegierde beherrschte ihn so sehr, daß er sich weder durchein Erdbeben, noch durch viele Vorzeichen, die ihm den Zug gegenPersien verboten, bewegen ließ, dieser brennenden Leidenschaft einZiel zu setzen, ja, daß nicht einmal eine große Feuerkugel, die man inder Nacht vor dem Treffen vom Himmel fallen sah, ihn vorsichtig zumachen vermochte.

44. Jovianus.

Jovianus, ein Sohn des Varronianus, aus dem Gebiete vonSingidunum ') in der Provinz Pannonien?), gebürtig, regierte achtMonate. (2.) Seinem Vater, der sschonj viele Kinder verloren hatte,wurde durch einen Traum vorgeschrieben, er solle den Sohn, der beider bevorstehenden Niederkunst seiner Frau zur Welt kommen würde,Jovianus nennen. (3.) Dieser war von ausgezeichneter Körperbil-dung, heiteren Temperaments und ein Freund der Wissenschaften.(4.) Als er mitten im rauhen Winter aus Persien nach Constantinvpeleilte, starb er plötzlich in Folge von Unverdaulichkeit, oder '') derschädlichen Einwirkung eines frisch übertünchten Zimmers, im fast voll-endeten vierzigsten Lebensjahre.

45. Balcntinianus und Firmus.

Valentinianus regierte zwölf Jahre weniger hundert Tage.(2.) Sein Vater Gratianus, dem Mittelstände zu Cibalä entspros-

') Das heutige Belgrad.

2) Singidunum hatte früher zu Mögen gehört, da der SavuS <die Sau)die Grenze beider Provinzen bildete. Bei der neuen Eintheilung des Reichs un-ter Constantin wurden aber auch die zunächst südlich vom SavuS gelegenen Ortemit zu Pannonien geschlagen.

3) Denn so scheint gelesen werden zu müssen: oruäioato otowaodi vol toeto-rio uori oxori« xraratns,