Narcissus, der den Herrn seine? Herrn selbst spielte, und Pallas, dener zur Ehrenstelle eines Prätors erhoben hatte, Beide so außerordent-lich reich, daß, als Claudius einst über die Armuth des kaiserlichenSchatzes klagte, das witzige Schmähwort in Umlauf kam, er würdeGeld im Ueberfluß haben, wenn ihn die beiden Freigelassenen als Ge-schäftsgenossen annähmen. (10.) Zur Zeit dieses Kaisers ließ sich inAegypten der Vogel Phönix sehen, der alle fünfhundert Jahre ausArabien in das genannte Land fliegen soll, und im Acgäischen Meereerhob sich plötzlich eine Insel aus den Fluthen. (11.) sSpätersffheirathete Claudius die Tochter seines Bruders Germanicus, Agrip-pina, welche, um ihrem Sohne die Regierung zu verschaffen, zuerstihre Stiefkinder durch Nachstellungen aller Art, dann aber auch ihrenGemahl selbst durch Gift aus dem Wege räumte ^). (12.) Claudius
lebte vierundsechszig Jahre, und sein Tod wurde, wie einst der desTarquinius PriscuS, lange verheimlicht. (13.) Während die durchweibliche List bestochenen Wachen Vorgaben, er sei krank, bemächtigtesich sein Stiefsohn Nero der Regierung.
5. Domitius Nero.
DomitiuS Nero, ein Sohn des Domitius Ahenobarbus und derAgrippina, regierte dreizehn Jahre. (2.) In den ersten fünf Jahrenzeigte er sich recht erträglich, weshalb auch, wie Einige berichten, Tra-jan zu äußern pflegte, alle Fürsten wären noch weit von Nero'S erstenfünf Jahren entfernt ^). (3.) Er erbaute in der Stadt ein Amphi-
theater und Bäder (4.) und machte mit Bewilligung des König? Po-lemo den Theil von Pontus, der nach jenem den Namen des polemo-
!) Nach Ermordung der Messalina.
2) Agrippina hatte den schwachsinnigen Claudius dahin zu bringen gewußt,daß er, mit Zurücksetzung seines Sohnes BritannicuS, seinen ihm vor ihr zuge-brachten Stiefsohn Nero, dem er seine Tochter Octavia zur Gattin gab, an KindeS-statt annahm. AlS aber die Vaterliebe des Claudius zu BritannicuS neu erwachte,vergiftete Agrippina ihren Gemahl. BritannicuS und Octavia aber wurden nichtvon ihr, sondern erst vom Nero nach seiner Thronbesteigung aus dem Wege ge-räumt.
^) Oder: blieben noch weit hinter ihnen zurück.