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2 (1866)
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Unverständigen einen sehr sanften Charakter zu besitzen schien, zumKaiser ausgerusen. (3.) Dem Bauche, dem Weine und der Wollustschändlich fröhnend, dabei blöd-, ja beinahe stumpfsinnig, feig undfurchtsam, war er völlig abhängig von den Befehlen seiner Freigelas-senen und seiner Gemahlin. (4.) Während seiner Regierung wurdeScribonianus Camillus in Dalmatien zum Kaiser gewählt, aber als-bald') ermordet, (5.) das Land der Mauren zur Provinz gemacht,ein Heer der Musulamier vernichtet, und die claudische Wasserlei-tung in Rom angelegt. (6.) Seine Gattin Messalina trieb Anfangs,als habe sie das Recht dazu, sfür sich allein) Ehebruch mit Männernaller Art, und ließ dabei Mehrere, die sich aus Furcht ihrer Umarmungenthielten, ermorden. Darauf aber gab sie, noch heftiger von Leidenschaftentbrannt, mit sich zugleich auch eine Menge Frauen und Jungfrauenedler Herkunft gleich öffentlichen Dirnen preis und zwang deren Män-ner und Väter H, diesem Schauspiel beizuwohnen. Zeigte aber Einerseinen Abscheu vor solchem Gebühren, so wurde auf irgend ein ihmangedichtetes Verbrechen hin gegen ihn selbst und seine Familie gewü-thet. Es hatte demnach ganz das Ansehen, als sei sie, des KaisersGemahlin, lieber mit jedem andern Manne vermählt, als mit demKaiser selbst 5). (8.) So gelangten auch seine Freigelassenen zur

höchsten Gewalt und besudelten Alles durch Schändungen, Hinrichtun-gen, Verbannungen und Achtserklärungen. Einen von ihnen, denFelix, ernannte Claudius zum Befehlshaber der Legionen in Judäa;dem Eunuchen Possidius machte er nach seinem Triumphe über Britan-nien, als ob derselbe am Siege Antheil gehabt hätte, unter der Zahlder tapfersten Krieger ein Geschenk mit Ehrenwaffen, und den Poly-bius ließ er sbei Aufzügen) in der Mitte der Consuln einherschreiten.(9.) Den Vorrang von allen Andern aber hatten sein Geheimschreiber

Fünf Tage nach seiner Erwählung.

2) D. i. Mauritanien oder dar heutige Fez und Marokko.

S) Vgl. 1. Biindch. S. 103.

Denn unstreitig will der Vers, beide (vielleicht auch Verlobt« und Brüder)durch den allgemeinen Ausdruck maros (Mannspersonen) bezeichnen.

5) Oder, da hier von keiner eigentlichen Vermählung die Rede ist, etwassreier: als thcile sie lieber das Bett mit jedem andern Mann, als mit dem Kaiser

Victor. II,

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