Stadt ergiebiger zu machen, ließ er die durch Nachlässigkeit einer lan-gen Zeit verschlammten Kanäle durch die Arbeit der Soldaten wiederöffnen. (6.) Zu seiner Zeit wurden aus Aegypten jährlich zwanzigMillionen Scheffel Getreide in Rom eingesührt. (7.) Er fügte dasGebiet der Cantabrier') und Aquitanier 2), der Rhätier, Vindelicierund Dalmatier der Zahl der römischen Provinzen bei, vernichtete dieSueven und Catten ^), verpflanzte die Sicambern nach Gallien undverleibte die Pannonier als steuerpflichtige Unterthanen dem Reicheein. Die Völkerschaften der Geten und Bassarner, die einander mitKriegen zusetzten, zwang er zur Eintracht. (8.) Die Perser brachtenihm Geißeln dar und überließen ihm, nach eignem Ermessen einenKönig für sie zu wählen. (9.) Die Inder, Scythen, Garamantenund Aethiopier schickten Gesandtschaften mit Geschenken an ihn. (10.)Friedensstörungen, Kriege und Feindseligkeiten verabscheute er so sehr,daß er nie einem Volke Krieg ankündigte, außer der gerechtesten Ur-sachen wegen. Er pflegte zu sagen, nur die Sache eines eiteln undhöchst leichtsinnigen Mannes sei es, aus heißer Sehnsucht nach einemTriumphe und einem Lorbeerkranze, d. h. nach unfruchtbaren Blättern,die Ruhe der Bürger durch die ungewissen Erfolge der Waffen in Ge-fahr zu stürzen, (11.) und einem guten Regenten zieme nichts weniger,als Unbesonnenheit: schnell genug geschehe, was zu rechter Zeit unter-nommen werde. (12.) Die Waffen dürfe man nie in Bewegung setzen, alsaus Hoffnung auf einen größeren Gewinn, damit nicht ein mit gerin-gem Vortheil und schwerem Verluste errungener Sieg einer Fischereimit goldnem Angelhaken ähnlich sei, dessen Verlust, wenn er abreißeund verloren gehe, kein noch so gewinnreicher Fang zu ersetzen vermöge.
0 Im nördlichen Spanien.
2) Im südwestlichsten Theile Galliens, zwischen der Loire und den Pyrenäen.
Die Rhätier und Vindelicier bewohnten den östlichen Theil der SchweizlGraubündtsn), Tyrol und den Süden Schwabens und BaiernS südlich von derDonau.
*) Eine historische Hyperbel statt „besiegte". Beides waren mächtige Völker-schaften im Innern GermanienS.
5> Ein germanisches Volk zwischen dem Rhein, der Ruhr und Edder.
b) Im heutigen Ungarn und den angränzenden deutschen Provinzen Oestreichs,sowie in Slavonien und einem Theile Kroatiens^»»!» Bosniens.