griff Marius, der einst ein Handwerksmann gewesen war und auchdamals noch wenig kriegerische Berühmtheit besaß, die Zügel der Re-gierung. (10.) So tief war demnach der Staat gesunken, daß Men-schen dieser Art mit dem Throne und dem Ehrenpreise der höchstenVerdienste ihr Spiel treiben konnten! (11.) Daher schreibt sich jenesScherzwort, eS dürfe keineswegs wunderbar erscheinen, wenn ein Ma-rius dem römischen Staate wieder aufhelfen wolle, da ein sandrerjMarius, ein Mann desselben Gewerbes und Stifter der Familie unddes Namens, demselben Festigkeit verliehen hatte. (12.) Als dieserschon nach zwei Tagen erwürgt worden war, wurde Mctorinus ge-wählt, ein dem Postumus an KrisgSerfahrung gleich stehender, abervon ungezügelter Wollust beherrschter Mann. Anfangs zwar bezähmteer dieselbe noch, später aber schändete er sehr Viele mit Gewalt, undals er nach zweijähriger Regierung der Frau des Attilianus nachstellteund diese ihrem Manne sein Vergehen entdeckt hatte, wurde er vonden durch diesen heimlich ausgereizten Soldaten bei einem Aufruhr zuAgrippina >) ermordet. (13.) So viel vermögen die Actuarien?), zuderen Classe jener Attilianus gehörte, beim Heere, daß selbst ein soschwieriges, von ihrer Bosheit gefordertes Unternehmen zur Ausfüh-rung kommen konnte. Sie sind, namentlich zu unsrer Zeit, eine nichts-würdige Menschenclasse, käuflich, verschlagen, zu Unruhen geneigt,habsüchtig, und wie geboren zur Begehung und Verheimlichung vonBetrügereien, als Herren des Getreidewesens denen, welchen die Besor-gung der Lebensmittel obliegt, und dem Wohlstände der Landleute ge-fährlich, aber klug genug, denen zu rechter Zeit auch wieder reichlichzu spenden, durch deren Einfalt und auf deren Kosten sie Schätze ge-sammelt haben. (14.) Unterdessen machte Victoria nach dem Verlustihres Sohnes Mctorinus, von den durch große Geldsummen erkauftenLegionen unterstützt, den Tetricus, der, ein Sprößling edlen Geschlechts,damals Statthalter von Aquitaniens war, zum Kaiser, während sei-nem gleichnamigen Sohne die Auszeichnungen eines Cäsars zu Theil
ft Lotoais. ttgrixxina, das heutige Cöln.ft Die ungefähr unfern Kriegskommissären entsprachen,ft Der südwestlichste Theil von Gallien zwischen der Loire, dem Allier, denCeoennen und den Pyrenäen.