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mährend er viele Andere aus dem Senate stieß, einen ausschweifendenjungen Mann, von dem sein Vater versichert hatte, er sei mit ihm zu-frieden , darin, indem er dabei ganz richtig bemerkte, ein Vater müsseauch Censor seiner Kinder sein. (5.) Als er sich aber durch die Ver-lockungskünste seiner Gemahlin Messalina und seiner Freigelassenen,denen er sich hingegebcn hatte, aus Abwege hatte fortreißen lassen, ge-stattete er sich nicht blos die gewöhnlichen Handlungen von Tyrannen,sondern Alles, was nur die verworfenste Klasse von Weibern undSclaven bei einem blödsinnigen Gatten und Herrn sich erlauben durste.(6.) Denn hatte seine Gemahlin Anfangs, als ob sic ein Recht dazuhätte, ohne Unterschied der Person vielfach Ehebruch getrieben und sehrViele, die sich entweder anS sgnterj Gesinnung oder ans Furcht desunzüchtigen Umgangs mit ihr enthielten, sammt den Ihrigen in's Ver-derben gestürzt, indem sie mit dem gewöhnlichen Kunstgriffe der Weiberdiejenigen beschuldigte ihr nachgestelit zu haben, denen sie selbst .nach-gestellt hatte: so gab sie später, noch heftiger entflammt, alle vorneh-meren Frauen und Jungfrauen nach Art öffentlicher Dirnen neben sichselbst Preis und zwang die Ehemänner fals Zuschauers dabei zugegenzu sein. (8.) Wenn Einer davor zurückschauderte, so wurde unterBeschuldigung irgend eines erdichteten Verbrechens gegen ihn selbst undseine ganze Familie gcwüthet. (9.) Denn den Claudius, einen, wiewir schon oben gesagt haben, von Natur sehr furchtsamen Mann, be-unruhigte seine Umgebung durch vorgehaltene Schreckbilder, besondersvon Verschwörungen, durch welche Erfindung auch seine FreigelassenenJeden, den sie wollten, in's Verderben stürzten. (10.) Anfangs warendiese mit ihrer Beschützerin bei Verbrechen Hand in Hand gegangen,als sie aber derselben fan Eiuflustj gleich gekommen waren, ließen siedieselbe zwar ohne Vorwisseu ihres Gebieters, aber dennoch wie ansdessen Befehl durch einige Trabanten umbriugeu. (11.) Freilich wardieses Weib so weit gegangen, daß sie, als Claudius zu seinem Ver-gnügen und seinen Buhlerinneu zu Liebe nach Ostia gereist war, zuRom mit einem Andern förmlich Hochzeit hielt, wodurch sie um so be-rüchtigter wurde, da es allerdings wunderbar schien, daß sie lieber aneinen Mann ans der Umgebung des Kaisers, als an den Kaiser selbstverheirathet sein wollte. (12.) Als so die Freigelassenen die höchsteGewalt erlangt hatten, versetzte» sie den ganzen Staat durch Schän-