Druckschrift 
1 (1866)
Entstehung
Seite
99
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sich oft dem, was er am heißesten wünschte, abgeneigt, so wie dem, wasihm verhaßt war, ans hinterlistige Weise nachhangend; er besaß einen,besonders wo es schnelle Entschlüsse galt, scharfen Verstand, war aberselbst schon bei den guten Anfängen sseiner Regierungs Verderbenbringend. Seine rasfinirten Lüste erstreckten sich fast aus jedes Alterund Geschlecht, und Unschuldige, ebensowohl Glieder seiner eigenenFamilie, als ihm fern Stehende, strafte er uni so härter. (2.) Wäh-rend er noch den Aufenthalt in Städten und menschlicher Gesellschaftverwünschte, hatte er sich bereits die Insel Capreä >) zum verborgenenSchauplatz seiner Schandthaten erwählt. (3.) So wurde bei aufgelösterKriegszncht ein sehr großer Theil des römischen Reichs geplündert,während nur Cappadocien?), und zwar in den ersten Zeiten seinerRegierung und nach Entfernung des Königs Archelaus ^), zur römischenProvinz gemacht und den Raubzügen der Gütnlier Einhalt gcthanwurde, die unter Anführung des TacfarinaS nach allen Seiten hin her-vorbrachen. (4.) Die bisher in den nächsten Municipien und zuRom in einzelnen Privathäusern zerstreut liegenden prätorischen Ko-horten 0) zog er in ein Lager bei der Stadt zusammen und nannte dieStelle des Befehlshabers derselben Urastootura oder auch mit demZusätze Urnstorio; denn die übrigen TrabantencorpS und Befehls-haberstellen hatte sschons Augustus eingerichtet.

3. CajuS Cäsar Caligula.

Als Claudius sTibcriuss entweder eines natürlichen oder durchNachstellungen bewirkten ') Todes gestorben war, nachdem er dreiund-

Jetzt Capri, unweit Neapel.

2) Ein Land im Inner» KleinasicnS.

s> Den er durch Schmeicheleien zu sich lockt- und dann nicht wieder frei ließ.

»> Ein Volk des nördlichen Asrica'S im südlichsten Strich- des heutigen Marokkound in der Wüste Sahara und deren Oasen.

°) Städte Italiens mit römischem Bürgerrechte, aber eigener Verfassung undeigenen obrigkeitlichen Behörden.

6) D. h. die Garden.

's Einige glaubten, Tiberius habe ihn entweder durch ein langsam wirkendesSist oder durch Erstickung im Bette während einer Nrankheit aus dem Wegegeräumt.

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