Seltene Metalle.
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die Verwendbarkeit der blauen Molybdänflüssigkeit in der Färbereiangestellt. Er kam zu dem Schlüsse, dass diese Methode zum Blaufärbenvon Seide sehr gut sich eigene; die blaue Färbung zeichne sich durchihre ausserordentliche Beständigkeit gegen Licht und Luft aus. Dage-gen sei die Methode für Baumwolle weniger gut, für Leinewand garnicht anwendbar. Auch im Seiden- und Baumwollen-Zeugdruck ge-statten die Molybdänverbindungen nur eine beschränkte Verwendung.Böttger J ) empfahl zum Blaufärben von Seide die Auflösung von Molyb-dänsäure in concentrirter Schwefelsäure bis zum Sieden der letzterenzu erhitzen, dann Alkohol vorsichtig hinzuzufügen und die Seide in dieentstandene tief gefärbte blaue Flüssigkeit zu tauchen. Wagner * 2 )bemerkt, dass nach seinen Erfahrungen die zum Färben geeignete blaueMolybdänflüssigkeit in vorzüglicher Beschaffenheit sich dadurch her-stellen lasse, dass man 20 Thle. molybdänsaures Natrium und 20 Thle.unterschwefligsauresNatriumin 250 Thln. Wasser löst, die Lösung bis zumSieden erhitzt und zu der wasserhellen Flüssigkeit nach und nach6 bis 8 Thle. Salzsäure von gewöhnlicher Concentration setzt, woraufdie Flüssigkeit sofort prachtvoll blau wird. Neuerdings hat Spring-mühl 3 ) eine Reihe von Färbeversuchen in dieser Richtung angestellt,aber ohne günstigen Erfolg; erhält die Anwendung des Molybdänblaueshöchstens zur Darstellung einiger Mischfarben (z. B. Grün mit Pikrin-säure) für vortheilhaft.
Vanadin. Das Vanadium, ein dem Chrom nahe verwandtesMetall, wurde 1830 von Sefström in gewissen schwedischen Eisen-sorten entdeckt, nachdem bereits Del Rio 1801 dasselbe in einemmexicaniscben Bleierz aufgefunden, sjräter aber seine Endeckung wider-rufen hatte. Das Vanadin findet sich als vanadinsaures Blei, ist aber,wie es scheint, in geringer Menge Bestandtheil einer grossen Zahl vonMineralien. So ist es in den Uranerzen von Joachimsthal, vonDeville 4 )im Eisenerz von Baux, von Sefström, später von Riley 5 ) in gewissenSorten vonRoheisen, vonRammelsberg 6 ) sogar in der Sodalauge gefun-den worden. Airsserdem enthalten viele Eisenschlacken, Kupferschlackenund Eisenerze Vanadin 7 ). Deville s ) spricht in Folge dessen die Ansichtaus, das Vanadin sei keineswegs so selten, als man früher zu vermuthensich für berechtigt hielt und könne deshalb möglicher Weise in der Indu-strie Verwendung finden; Vanadin liefert nämlich wie Chrom eine Reihesehr schöner Farben mit vielen Abstufungen, welche sich vorzugsweise
0 Böttger, Polytechnisches Notizhlatt 1871 , 156 ; Dingl. pol. J. CCI, 82 .
2 ) Wagner, Wagn. Jahresber. 1871 , 759 ; Dingl. pol. J. CCV, 386 . s ) Spring-
mühl, Grothe’s Musterzeitung 1871 , 315 , 329 ; Dingl. pol. J. CCII, 192 .
4 ) Deville, Compt. rend. XLIX, 210 ; Dingl. pol. J. CLXIII, 396 . 5 ) Biley,
Chem. Soc. J. [ 2 ] II, 21 ; Chemisches Centralbl. 1864 , 688 . °) Rammeis-
berg, Berl. Acad. Ber. 1864 , 680 . 7 ) Vergl. Wagn. Jahresber. 1859 , 134 .
8 ) Deville, Compt rend. XLIX, 212 .