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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Seltene Metalle.

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und Spodumens, sowie vieler Mineralwasser; es wurde 1817 vonArfed-son entdeckt. Eine beschränkte Verwendung haben Lithiumverbin-dungen in der Feuerwerkerei (wegen ihrer Eigenschaft, die Flammeroth zu färben), ferner in der Pharmacie und zur Darstellung künst-licher Mineralwasser gefunden.

Cer. Dieses Metall findet sich (stets gleichzeitig mit zwei anderenMetallen, Lanthan und Didym) als Silicat, in mehreren äusserst seltenenschwedischen Mineralien, besonders dem Cerit, welches auch heutenoch, obwohl es stets seltener wird, zur Darstellung der Cerpräparatedient. In letzterem Mineral wurde es 1803 von Hisinger undBerzelius und gleichzeitig von Klaproth endeckt. Seine chemi-schen Beziehungen sind ausser von den Entdeckern, von Mosander,Marignac, Beringer, Hermann, Rammeisberg, Holtzmann,Bunsen, Lange u. A. ermittelt worden. Der erste, welcher aufeine praktische Verwendbarkeit des Cers aufmerksam machte, warSonnenschein 1 ). Er fand nämlich, dass das Ceroxydoxydul einvorzügliches Reagens auf Strychnin sei und deshalb in der forensischenPraxis eine wichtige Anwendung finden könne. Wird Strychnin mitconcentrirter Schwefelsäure übergossen und alsdann zu diesem Ge-menge etwas Ceroxydoxydul gerührt, so entsteht eine schön blaueFärbung, welche allmälig in Kirschroth übergeht. Die Reaction istcharakteristisch für das Strychnin, indem keine andere Pflanzen-base eine ähnliche Reaction giebt, und so empfindlich, dass sich nochO'OOOOOl g Strychnin deutlich- nachweisen lässt. Eine wenn auchgleichfalls nur beschränkte Anwendung hat das Cer neuerdings in derMedicin gefunden, indem es in Form von Oxalat gegen die bei Frauenin gewissen Umständen auftretende Neigung zum Erbrechen verab-

Nach dem Eiltriren fallt man mit Kaliumcarbonat. Das sandige Pulver,welches so erhalten wird, ist im Handel nicht beliebt; es wird .daher inSalzsäure gelöst und nochmals mit Ammoniumcarbonat gefällt, wodurch manein sehr schönes, voluminöses Carbonat erhält. Die Lithiumfabrikation istim Zunehmen begriffen und wird von Hrn. Schering auf 2000 bis 3000 KgCarbonat geschätzt. Lithiumcarbonat, welches vor etwa 20 Jahren noch240 Emk. pr. Pfund kostete, ist jetzt zu 18 bis 20 Emk. im Handel.

Die grössten Mengen der vorzugsweise in Deutschland dargestellten Prä-parate gehen nach England und Amerika, wo die Anwendung des Lithium-carbonats bei der Behandlung von Blasensteinen, besonders aber auch vonGicht, als Lösungsmittel für das in den Gelenken abgesetzte harnsaure Cal-cium das harnsaure Lithium ist leicht löslich sich mit jedem Jahreweiter verbreitet.

Auch in der Photographie, hat das Lithiumbromid und -jodid, obwohlnur in beschränktem Maasse, Verwendung gefunden.

Privatmittheilung von Hrn. E. Schering an A.W. H,

: ) Sonnenschein, Chem. Ges. Ber. 1870, 633.