Seltene Metalle.
Von Dr. Jul. Philipp,
Docenten an der königl. Gewerbeakademie in Berlin.
Die rastlos fortschreitende chemische Industrie hat auch bereitseinige Verbindungen derjenigen Metalle in ihr Bereich zu ziehen ver-sucht, welche bisher wegen der Seltenheit ihres Vorkommens nur einbescheidenes Plätzchen in Mineralsammlungen und wissenschaftlichenLaboratorien gefunden hatten. Viele Vorschläge, welche zur Ver-werthung dieser Körper gemacht worden sind — es ist zumal dieFarbenindustrie gewesen, welche, unablässig bestrebt, neue Verbindungenihren Zwecken dienstbar zu machen, ihr Augenmerk auch auf die Ver-bindungen der seltenen Metalle gerichtet hat —, haben nicht den vonden Urhebern erwarteten Erfolg erzielt und zwar hauptsächlich wohldeshalb, weil letztere, bei lebhaftem Interesse für den Gegenstand selbst,die Seltenheit und Kostspieligkeit des von ihnen benutzten Materialsoft nicht hinreichend gewürdigt haben. Nichtsdestoweniger verdienenauch diese Vorschläge insofern erwähnt zu werden, als die Vermuthunggerechtfertigt erscheint, dass viele der seltenen Metalle häufiger in derNatur Vorkommen, als unserer heutigen Kenntniss entspricht, und dasssich bei grösserem Bedarf auch die Quellen zur Beschaffung des geeig-neten Materials und die passenden Methoden für die Fabrikation werdenauffinden lassen.
Lithium, ein den Alkalimetallen in seinen Eigenschaften nahe-stehendes Metall, bildet einen Bestandtheil mehrerer Silicate, desLepidoliths J ) aus Mähren, Lithionglimmers von Zinnwald, des Petalits
*) In der Schering’schen Fabrik wird der Lepidolith mit Schwefel-säure aufgeschlossen, die erkaltete Masse mit Wasser erschöpft und die Lö-säug sodann mit Kalkmilch bis zur schwach alkalischen Keaction versetzt.