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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Platin und Platinmetalle.

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die Aufgabe an diese Chemiker heran, das für die Platin-Iridium-Legirung,aus welcher die Normalmaasse gefertigt werden sollen, erforderliche reineIridium darzustellen. Es waren im Ganzen 250 Kg der Legirung undfolglich 25 Kg reines Iridium erforderlich. Diese Aufgabe wurde infolgender Weise x ) gelöst: Das beim Auflösen des Platinerzes zurück-bleibende Osmium-Iridium wurde mit Zink geschmolzen; es bildete sichunter Entwickelung von Wärme eine Legirung, aus welcher das Zinkabdestillivt wurde. Osmium-Iridium blieb als feines Pulver zurück,welches mit salpetersaurem Barium geglüht wurde. Die geschmolzeneMasse hinterliess beim Behandeln mit Wasser einen Rückstand vonIridiumoxyd und osmiumsaurem Barium. Dieser Rückstand wurde inSalpetersäure gelöst und die Flüssigkeit behufs Abscheidung und Ge-winnung der Osmiumsäure destillirt. Aus der zurückbleibenden Lösungwurde das Iridiumoxyd durch Aetzbaryt niedergeschlagen. Letztereswurde in Königswasser gelöst und durch Salmiak in Form von Iridium-salmiak gefällt; der durch Glühen desselben erhaltene Iridiumschwammenthielt noch etwas Platin, Ruthenium und ein wenig Rhodium undwurde zum Zweck seiner Reinigung mit Salpeter geglüht, wodurch dieanderen Metalle oxydirt wurden. Die geglühte Masse wurde mit Wasserbehandelt, welches ruthenigsaures Kalium auflöste, und hierauf mit Bleigeschmolzen, welches die Metalle absonderte. Beim Erkalten krystallisirteaus dem Bleiregulus das Iridium rein heraus. Es wurde nun vou demanhaftenden Blei durch Salpetersäure und von dem Platin durch Königs-wasser befreit. Die Verfasser bemerken, dass diese Methode mit grossemVortheil in der Industrie angewandt werden könnte; die Massen vonOsmium-Iridium, welche bisher unbenutzt blieben, würden alsdann eineVerwendung finden und das darin enthaltene Iridium zum Preise desPlatins verwerthet werden können. Es sind auf diese Weise 37 Kgreines Iridium für die Meter-Commission dargestellt und 8'2 Kg reinesOsmium als Nebenproduct gewonnen worden, welches in der Sitzungder Pariser Akademie vom I. Juni 1874 vorgezeigt wurde 2 ). In der-selben Sitzung 3 ) zeigte der General Morin den unter Mitwirkung derHerren Mathey, Trescaund G. Tresca dargestellten 250 Kg schwerenBlock von Iridium-Platin vor und beschrieb in ausführlicher Weise dasbei dem Schmelzen dieser Masse, um sie in allen ihren Theilen homogenzu erhalten, angewandte Verfahren. Das eigentliche Schmelzen diesergrossen Masse zweier der schwer schmelzbarsten Metalle, welches durch

x ) Deville und Debray, Polyt. Oentralül. 1874, 966, aus Le technolo-giste 1874, 194. 2 ) Deville, Compt. rend. LXXVIII, 1509. Derselbe

hebt bei dieser Gelegenheit die äusserst giftigen Eigenschaften der Osmium-säure hervor, welche bei ihm sowohl wie bei seinen Mitarbeitern, denHerren Clöment und Debray, verschiedenartige, aber intensive Krank-heitserscheinungen verursachte. 3 ) Morin, Compt. rend. LXXYIII, 1502;Pol. Centralbl. 1874, 966.

Wiener Weltausstellung. III.

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