Platin und Platinmetalle.
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zenen Platins füt derartige Zwecke, da es nickt die Porosität des ge-wöhnlichen Platins besitze. Derartige plattirte Abdampfgeräthe habenjedoch keine Verbreitung gefunden, hauptsächlich wohl deshalb, weilsie eine äusserst sorgfältige Behandlung erfordern; wohl aber ist diePlatinplattirung für andere Zwecke, zur Herstellung von Wagschalen,für chemische Wagen, Spitzen von Blitzableitern, angewandt worden.
Platinschwarz und Platinschwamm. Das Platin wird ausseinen Verbindungen mit der grössten Leichtigkeit redjucirt und hatin fein zertheiltem Zustande mancherlei Verwerthung gefunden. Dasdurch Glühen des Platinsalmiaks erhaltene Platin wird Platinschwamm,das aus den Lösungen des Platinchlorids (meist durch organische Stoffe)gefällte Platin Platinschwarz oder Platinmohr genannt. Der Platin-schwamm sowohl wie das Platinschwarz besitzen die Eigenschaft desPlatins, auf seiner Oberfläche Sauerstoff zu condensiren, in hohem Gradeund veranlassen hierdurch starke Oxydationswirkungen. Platinschwammin einen Strom von Wasserstoff gebracht, entzündet denselben, Platin-schwarz vermag Alkohol zu Essigsäure zu oxydiren. Döbereiner,welcher zuerst diese Eigenschaft beobachtete, benutzte dieselbe zurConstruction der bekannten Platinfeuerzeuge, welche vor der Vervoll-kommnung und allgemeineren Einführung der Streichzündhölzer einegrosse Verbreitung gefunden hatten. In neuerer Zeit hat Grüel 1 )wieder die Aufmerksamkeit auf diese Feuerzeuge, welche unter gewissenVerhältnissen immer noch eine praktische Verwendung zulassen, gelenkt,und namentlich die Vorsichtsmaassregeln specieller angegeben, welchebei Benutzung derselben zu beachten sind. In ähnlicher Weise hatdas Platinschwarz bei den Platin-Räucherapparaten Verwendung gefunden.Döbereiner schlug ferner die Anwendung des Platinschwarzes für dieDarstellung von Essigsäure vor; er empfahl mit Platinchlorid und Al-kohol getränkte Holzkohlenstücke in einem bedeckten Tiegel zu glühenund mit Hilfe des auf diese Weise erzielten, fein vertheilten Platinsden Alkohol in Essigsäure überzuführen. Artus 3 ) hat dies Verfahrengeprüft und die Resultate seiner Versuche mitgetkeilt. Die Wirkungder platinhaltigen Kohle, welche erst nach fünfwöchentlichem Gebrauchwieder ausgeglüht werden musste, soll überraschend sein, die Säue-rung sehr schnell und > vollkommen erfolgen und der Essig einen ange-nehmen Geruch erhalten.
Von neueren Methoden, die zur Darstellung des Platinschwarzesvorgeschlagen worden, mögen folgende erwähnt werden:
Brunner 3 ) empfiehlt die Lösung des Platinchlorids durch das fein
!) Grüel, Verb, der polyt. Ges. zu Berlin 1870/71, 188; Industrieblätter1878, 425; Dingl. pol. J. CCXI, 243. 2 ) Artus, Dingl. pol. J. OLXXXVI,
158, aus Vierteljahrsschrift f. technische Chemie. 3 ) Brunner, Dingl.pol. J. CD, 376.