Zinn.
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denken, das Zinnoxyd mit den Farbstoffen zu verbinden. Es geschahdies in der Weise, dass man die Zeuge vor dem Druck mit zinnsauremNatrium imprägnirte, darauf durch verdünnte Schwefelsäure zog. Hier-durch wird das Zinnoxyd niedergeschlagen und verbindet sich mit derFaser. Es bildet sich hierbei Natriumsulfat, durch welches das Zinn-oxyd so vollständig aus seinen Lösungen gefällt wird, dass Löwen-thal diese Methode, wie bekannt, zur Bestimmung des Zinnoxydsvorgeschlagen hat. Das zinnsaure Natrium kann man sich selbst fürobigen Zweck bereiten, indem man Zinnchlorid in Natronlauge löst, esbildet sich neben zinnsaurem Natrium eine Kochsalzlösung. Wennman zu diesem Zwecke das obige krystallisirte Zinnchlorid verwendet,so erhält man ein Präparat von stets gleicher Zusammensetzung. DieZeugdrucker und Färber bereiteten sich auch zuerst das Präparat indieser Weise, später wurde das zinnsaure Natrium Handelsartikel unddie Zeugdrucker und Färber ziehen es vor, das fertige Präparat zukaufen. Es giebt verschiedene Methoden, dieses Salz darzustellen.Man schmilzt Zinnerz, welches durch Schlämmen von allen fremdenSubstanzen möglichst befreit ist, mit Natronhydrat, löst die erhalteneMasse in Wasser auf, um das ungelöste Erz zu entfernen, und dampftdie erhaltene Lösung wieder ein. Eine sehr gebräuchliche Methodeist f metallisches Zinn mit Natronhydrat, salpetersaurem Natrium undKochsalz zusammenzuschmelzen, wodurch sich zinnsaures Natriumbildet. Das Kochsalz scheint nur dazu zu dienen, die sehr heftigeWirkung der Substanzen auf einander zu massigen. Jedenfalls ist eseine Thatsache, dass sämmtliche Präparate des Handels Kochsalz insehr verschiedenen Mengen enthalten, und der Gehalt an Zinnoxydvon 16 bis zu 46 p. C. schwankt. Die Darstellung dieses Präparatserfordert viele Vorsicht, weil man sonst sehr wechselnde Mengen vonanormalem unlöslichen und daher wirkungslosem Zinnoxyd erhält. Daszinnsaure Natrium wird jetzt viel weniger als früher gebraucht, undzwar einestheils, weil jene unechten Dampffarben, zu denen es vor-zugsweise verwendet ward, durch die wechselnde Mode verdrängt sind,anderntheils weil die Darstellung der halbwollenen Zeuge, zu denen esvorwaltend diente, fast ganz aufgehört hat.
Ein grosser Theil des Zinnes wird zum Verzinnen des Weiss-bleches verwendet, und es hat nicht an Versuchen gefehlt, dasselbewieder nutzbar zu machen, besonders aus den werthlosen Schnitzeln,die bei der Verarbeitung desselben abfallen. Higgins 1 ) war wohl derErste, der Weissblech im Grossen und zwar zur Darstellung von zinn-saurem Natrium verwendete. Derselbe behandelte das Weissblech mitSalzsäure und salpetersaurem Natrium, fällte das Zinnoxyd mit Kalkhy-drat und löste den erhaltenen Niederschlag in Natronhydrat auf. Neuer-
x ) Vergl. Hofmann, Reports by the Juries X, 101.