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Gruppe III. Chemische Industrie.
liscker Erze soll namentlich in der letzten Zeit sehr zugenommenhaben, doch fehlen hierüber nähere Angaben. Erst in der allerneue-sten Zeit scheint mau auf den ungeheuren Reichthum .Australiens anZinnerzen aufmerksam geworden zu sein, und die Ausdehnung derdortigen Lager näher untersucht zu haben. Das Zinnerz kommt inAustralien, wie auf der Insel Banca, sowohl als Seifenzinn wie in Gän-gen vor. Es findet sich sowohl in Queensland als in New Englandin New South Wales. Im ersten District befinden sich Seifenzinnerzein einer Ausdehnung von 170 engl. Meilen. New South Wales ver-mag der Angabe nach 25 Mal soviel Zinn zu liefern als Cornwallis *).Auf der Weltausstellung in Wien waren in der australischen Abthei-lung Karten ausgestellt, die die Lage und Ausdehnung der Zinnerz-felder angaben. Ob in Australien schon metallisches Zinn gewonnenwird, hat der Verfasser nicht ermitteln können. — Das Zinnerz inAustralien hat auch deshalb eine grosse Bedeutung, weil die Frachtver-hältnisse nach Europa sich günstig gestalten müssen, indem bei dergrossen Ausfuhr der voluminösen australischen Wolle das Zinn, oderdas Zinnerz, sehr passend als Ballast gesendet werden könnte.
Das Vorkommen des Zinns im sächsischen Erzgebirge, sowohl inSachsen als Böhmen, hat für uns ein besonderes Interesse.
Der Bergbau datirt aus dem 15. Jahrhundert und wurde in frühe-ren Jahrhunderten lebhaft betrieben; jetzt ist nur noch ein grösseresBergwerk, Altenberg im Königreich Sachsen, im Betriebe, das jährlichetwa 3000 Ctr. Zinn liefert. Das Zinnerz ist im Porphyr eingesprengt,und das Erz ist so wenig reichhaltig, dass etwa 1000 000 Ctr. Erzegewonnen werden müssen, um obiges Quantum darzustellen, so dass derCentner Erz durchschnittlich nicht mehr als 150 g Zinn liefert.
Das Altenberger Zinn enthielt früher Wismuth. Jetzt wird dasWismuth vor dem Schmelzen durch Ausziehen mit Salzsäure entfernt,und als Nebenproduct 1200 bis 1500 dieses werthvollen Metalles ge-wonnen.
Das Zinn ist, wie bekannt, ein für gewisse Legirungen ganz un-entbehrliches Metall, und besonders der Verbrauch für Metalllager einsehr grosser.
Die Eisenbahnen verbrauchen zu den Lagern der Achsen der Per-sonen- und Güterwagen jährlich ein sehr bedeutendes Quantum Zinn,das geradeso wie das in der Druckerei und Färberei verwendete voll-ständig aus dem Verkehr verschwindet, .während das, welches einenBestandtheil des Glockenmetalls, Kanonenmetalls etc. ausmacht, Jahr-hunderte lang im Verkehr bleibt und auch durch Umschmelzen stetsanderweitig wieder verwendet wird.
In der Färberei ist das Zinn zuerst um das Jahr 1630 verwendet
J ) Berg- u. Hüttenm. Ztg. 1873, Nro. 6.