Druckschrift 
3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
Entstehung
Seite
980
Einzelbild herunterladen
 

980

Gruppe III. Chemische Industrie.

Magnesiumchlorid (aus Kaimt, Carnallit oder Tachhydrit) vor, um dasArsen als Arsenehlorür zu verflüchtigen. Einen völlig arsenfreien Re-gulus erhält man nach Bensch dadurch, dass man 16 Thle. Rohantimonmit 1 Thl. Schwefelantimon und 2 Thln. Natriumcarbonat eine Stundelang im Thontiegel schmilzt, abschlackt und den Regulus nochmals mitTY 2 Thln. Natriumcarbonat umschmilzt. Dieses Umschmelzen wieder-holt man mit 1 Thl. Natriumcarbonat. Es muss jedoch in diesem Falldas Antimon stark eisenhaltig sein. Roher Antimonregulus, der in derRegel ausser Arsen noch Kupfer, Blei, Eisen "und Schwefel enthält, kannferner auf folgende Weise gereinigt werden: Man schmilzt ihn mit

oxydirenden Zuschlägen (Salpeter, antimonsaurem Antimonoxyd) undreinigenden Flüssen (Pottasche, Soda), wodurch die fremden Metalleoxydirt und verschlackt werden. Oder man verwandelt diese Metalledurch Zusatz von Schwefelantimon oder Glaubersalz in Schwefelmetalle,die in die Schlacke gehen. Durch einen Zuschlag von Kochsalz beimSchmelzen können jene Metalle in Chloride umgewandelt werden. BeimErhitzen von Schwefelantimon mit antimonsaurem Antimonoxyd trittfolgende Umsetzung ein:

Sb 2 S 3 + 3 Sb 0 2 = 5 Sb + 3 S 0 2 .

In den Antimonhütten zu Septemes und Bouc stehen 20 Tiegelauf dem Herde eines Flammofens. Jeder Tiegel wird mit 22 Kg rohemRegulus und 6 bis 8 Kg eines Gemenges beschickt, welches aus Glauber-salz, Soda, etwas Kochsalz und ahgeröstetem Grauspiessglanzerz besteht.Die Tiegel werden 6 Stunden lang bei mässiger Rothgluth erhalten,wobei 200 bis 250 Kg Steinkohlen verbraucht werden, das Antimonhierauf zu Zainen, Blöcken oder Halbkugeln von 10 bis 12 Kg vergos-sen und nach dem Erkalten ahgeschlackt.

Production. Ein grosser Theil des in den Erzen enthaltenenAntimons wird nicht in reinem Zustande ausgebracht, sondern in Gestaltvon Antimonmetallen (Hartblei) gewonnen und verwerthet. 0. Haus-ner 1 ) giebt 1865 die Antimonproduction in Europa an wie folgt:

Frankreich ....

10 100 Ctr.

Oesterreich ....

6 800

Spanien.

1 200

n

Preussen.

1 200

n

Italien.

1000

»

Thüringen ....

460

Sachsen.

100

n

20 600 Ctr.

im Werthe von 680 000 Frcs. == 1 030 000 Kg im Werthe von__ 544 000 Mark.

9 Hausner, Statistik von Europa 1865, Bd. II, 227; Wagn. Jahrefiber.1865, 213.