Arsen.
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Kupferfarben, hauptsächlich des Schweinfurtergrüns. Nach P. S.Abraham 1 ) lässt sich übrigens die im letzteren enthaltene Essigsäuremit gleichem Erfolge durch deren Homologen, Ameisensäure, Butter-säure und Valeriansäure, ersetzen. Den Arsengehalt der Zimmerluftbei Anwendung von mit Sehweinfurtergrün gefärbten Tapeten schreibtH. Fleck 2 ) nicht allein der mechanischen Abstäubung zu, sondernsetzt ihn zum Theil auf Rechnung einer Arsenwasserstoffentwickelung.Der grösste Theil der jmoducirten arsenigen Säure wird gegenwärtigin Arsensäure übergeführt, die seit Entdeckung der Anilinfarbeneinen massenhaften Verbrauch gefunden hat, so dass nach Wagner 3 )manche Anilinfarbenfabriken jährlich über 100 000 Kg Arsensäureconsumiren. Auch in den Zeugdruckereien benutzt man die Arsen-säure als Ersatzmittel für Weinsäure, namentlich aber sind es mehrerearsensaure Salze, welche in der Färberei und beim Zeugdruck alsReservagen wie als Enlevagen Anwendung finden, so z. B. dasNatriumdihydroarseniat (arsensaure Natron) und das Kaliumdihydro-arseniat (arsensaure Kali), welches letztere in Frankreich als rougeantehemical-dicharge in den Handel gebracht wird. Das Kaliumarseniatdient auch zur Herstellung des Fliegenpapiers.
Das Real gar findet vorzugsweise Anwendung zu Schiffsbau-zwecken und in der Gerberei, wo es mit Kalk zusammen zumEnt-haaren der Thierhäute benutzt wird. In der Pyrotechnik gebrauchtman es zur Anfertigung weissbrennender Zündsätze (Weissfeuer, indi-sches Feuer). Aehnliche Verwendung findet das Auripigment,welches überdies als Reductionsmittel für Indigo dient.
Handel. Der Handel mit Arsenikalien ist im Verlaufe des letztenDecenniums ein ziemlich bewegter gewesen. Das rapide Anwachsender Anilinfarbenfabrikation hatte anfänglich eine bedeutende Preis-steigerung des weissen Arseniks zur Folge, welche jedoch bald eineentsprechende Vergrösserung der Production und damit einen Preis-fall nach sich zog. In Deutschland waren es namentlich die königlichsächsischen Hüttenwerke zu Freiberg, welche durch ihre tadellos schönenProducte sich bald den Markt eroberten. Ausserdem blühete in Eng-land die Fabrikation der Arsenikalien empor, wodurch es möglichward, den starken Arsenikverbrauch der französischen Etablissementszu decken. Die Einfuhr an weissem Arsenik von England nachFrankreich betrug nach Gehe & Co. in Dresden 4 ):
!) Abraham, Chem. News 1870, Nro. 550, 265; Dingl. pol. J. CXOVII,187; Wagn. Jahresber. 1870, 238. Vergl. auch S. 910 dieses Berichts.
2 ) Pieck, Zeitschr. f. Biologie 1873, VIII, III, 444; Dingl. pol. J. CCVII,
146; "Wagn. Jahresber. 1873, 748. 3 ) Wagner, Chem. Technologie, 9 Aufl.
I, 92. 4 ) Gehe & Co. Droguenber.