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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

lieh das Jodsilber, bei Ueberschuss von Silbersalz gefällt, ein wenigdesselben zurückhalten, und dies bei dem dunkelgelben Jodsilber vor-zugsweise eintrifft, so erklärt sich, weshalb kein Jod frei wird.

Während Reissig 1 ) zu ähnlichen Resultaten gelangte, behauptetOarey Lea 2 ), dass Jod- und Bromsilber im Licht keine chemische,sondern nur eine physikalische Veränderung erfahren.

Die Lichtempündlichkeit der Silberhaloidsalze und der Zusammen-hang von optischer und chemischer Lichtabsorption ist von Schulz-Sellack 8 ) ausführlich dargelegt, welcher schliesst, dass alle Farben,welche von jenen Salzen optisch absorbirt werden, chemische Zersetzungbewirken, und dass sie durch alle Strahlen chemisch verändert werden,welche sie in merklicher Stärke absorbiren. Allein diese gleichwie diesonstigen hierher gehörigen Aibeiten von H. Vogel 4 ) über die Licht-em pfindlichkeit der Silberhaloidsalze mögen hier nur augedeutet werden.

Die Silbergewinnung im Grossen. Ungleich dem Golde,dessen Production durch das massenhafte Vorkommen in Californienund Australien in dem letzten Vierteljahrhundert eine ansehnlicheSteigerung erfahren hat, ist die Silbergewinnung im Grossen und Ganzenauf die früheren Localitäten beschränkt geblieben, an einzelnen gestiegen,an anderen gesunken. Der Werth der Silberproduction wird für dasJahr 1868 folgendermaassen veranschlagt 5 ):

Mexico.

30000 000 Thlr

Chile.

7 600 000

Peru.

5 480 000

n

Australien.

4 900 000

Deutschland ....

4 000 000

Frankreich.

2 100 000

Grossbritannien . . .

1 620 000

w

Russland.

1 500 000

In Summa 60 Mill. Thlr., während man den Werth des im Jahre 1869gewonnenen Goldes auf etwa 400 Mill. Thlr. schätzt.

Die Cordilleren Amerikas schliessen an unzähligen Stellen Lager-stätten der edlen Metalle ein, welche, seit dem 16. Jahrhundert inMexico und Peru von den Spaniern ausgebeutet, den Silberreichthumdieser Länder sprüchwörtlich gemacht haben. Während Mexico auchheute noch unter allen den ersten Rang behauptet, sind die peruanischenBergwerke, wie Potosi und der Cerro de Paseo, in Folge der poli-

4 ) Reissig, J. f. pr. Chem. CIVC, 105. 2 ) Oarey Lea, Am. J. of Sc.

[2] XL, 109. 3 ) Schulz-Sellack, Pogg. Ann. CXXXXIII, 161. Vergl.

auch Ber. chem. Ges. IV, 210. 344 u. VII, 386. 4 ) Vogel, Ber. chem.

Ges. IV, 88 u. 1302. 6 ) Wagner, Hdbch. d. chem. Techn. 8. Aufl. 1871.