Blei.
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spath, Schwerspath, Flussspath und Spatheisenstein. Nach erfolgterFörderung der Erzmasse sucht man allerdings durch Handscheidungeine gewisse Sonderung namentlich der Blei- und Kupfererze zu bewirken,hat es jedoch, nachdem die Erze aufhereitet und dadurch von demtauben Gestein und den Gangarten so ziemlich befreit sind, immer miteinem Gemenge zu thun, in welchem die Sulfide von Blei, Eisen,Kupfer und Zink die Hauptrolle spielen. Erze dieser Art, selbst wennsie überwiegend aus Bleiglanz bestehen, lassen sich durch den Röst-process im Flammofen nicht zu Gute machen; für sie ist allein dieNiederschlagsarheit die passende Methode.
Der Flammofenprocess besteht in einer partiellen Röstung desBleiglanzes, wodurch sich Bleioxyd und Bleisulfat bilden, welche inder zweiten Periode der Arbeit unter dem Einfluss einer verstärktenHitze, welche bis zum Schmelzen der Masse gesteigert wird, durch ihreReaction auf den unzersetzten Bleiglanz die Reduction des Bleies zurFolge haben. Bei richtiger Leitung des Processes werden die Rück-stände auf dem Herd nicht bedeutend sein, und sollte die erste oderRöstperiode sich zu weit ausgedehnt haben, so pflegt man durch einAufgeben von Kohle den Ueberschuss des oxydirten Antheils zu besei-tigen. Offenbar kann es keine einfachere Methode der Bleigewinnungaus dom Bleiglanz geben, falls derselbe fremde Schwefelmetalle nichtenthält.
In England scheint der Flammofenbetrieb für die Verhüttung desBleiglanzes schon ziemlich altenDatums zu sein, während sei ne Einführungin Deutschland erst den letzten Decennien angehört. Wir besitzenüber das englische Verfahren ausführliche Mittheilungen von Percy,in dessen Metallurgy of lead. London 1870 v ), und es ist als Musterdie Hütte von Bagillt hei Holywell in Flintshire aufgestellt. Ausden mitgetheilten analytischen Daten folgt jedoch, dass in dem Ofennur 80 bis 86 p. C. des Bleies ausgebracht werden, da die über demreducirten Blei befindliche Masse (grey slag ) noch 53 p. C. Blei als Oxydund Silicat enthält. Dies erscheint als eine grosse Unvollkommenheitdes Verfahrens und man fragt natürlich: Weshalb wird die Oxydations-periode soweit ausgedehnt, und weshalb wendet man keinen reduciren-den Zuschlag, rohes Erz oder Kohle an, um wenigstens einen Theil derOxydationsproducte zu zersetzen?
Am vollkommensten erscheint der Process zu Bleiberg in Kärn-then, wo in allerdings weit kleineren Oefen 96 p. C. des Bleies ausge-bracht werden.
Auf der Friedrichshütte bei Tarnowitz in Oberschlesien, woselbst
!) Als dritten Band von Tercy’s Metallurgie, übersetzt und bearbeitetvon C. Bammelsberg. Braunscliweig 1872.