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Gruppe III. Chemische Industrie.
steigenden, Wassergehalt besitzt, im anderen Falle würden die Wasser-dämpfe den Ofen sehr empfindlich abkühlen und die Condensatorenverunreinigen. Alle bis jetzt gemachten Beobachtungen haben er-geben, dass nicht calcinirter Galmei sich besser zu diesem Proeesseeignet, als calcinirter.
Ferner muss darauf geachtet werden, dass die Beschickung aufder Sohle nicht zusammenschmilzt und eine Kruste bildet, wodurchder ganze Gang der Operation unregelmässig verlaufen würde. ImUebrigen ist die Bedienung der Oefen und der damit verbundenenApparate sehr einfach und sicher und bedarf keiner besonderen Aus-bildung der Arbeiter.
Zinkoxyd- resp. Zinkgewinnung auf nassem Wege. Me-thoden, Zinkoxyd auf nassem Wege darzustellen, sei es, um solchesals Anstrichfarbe zu benutzen oder auf Zink zu verhütten, sind vonverschiedenen Seiten in Vorschlag gebracht worden; sie haben jedochbis jetzt keinen praktischen Erfolg gehabt.
Um die schwer zu röstende schwarze Blende, welche wegen ihresEisengehaltes die Destillationsgefässe zerfrisst, zu benutzen, sind nachCarnot 1 ) in Freiburg Versuche gemacht worden, wonach diese Blendeim abgerösteten Zustande mit verdünnter Salzsäure extrahirt, die Lö-sung mit Kalkmilch gefällt, und das erhaltene Zinkoxyd wie gewöhn-lich weiter verarbeitet wurde. In gleichem Sinne ist von 0. Jung-kann 2 ) das Chlorcalcium und der Tachhydrit, sowie von Rübe 3 ) dieschweflige Säure zur Extraction der ärmeren schlesischen Galmeie undder gerösteten Blende in Vorschlag gebracht worden. — Auch auf derVieille Montagne sowie auf den Stolberger Werken hat man versucht,arme Galmeierze durch Tachhydrit oder Chlorcalcium zu extrahirenund das gebildete Chlorzink durch Kalkmilch zu fällen, allein die Lö-sung des Galmeies und die spätere Zersetzung des Chlorzinks erfolgtenso langsam und so unvollständig, dass dieser Weg Zinkoxyd darzustellenwohl nicht weiter zu verfolgen ist. Abgesehen von den Unvollkommen-heiten des Verfahrens, besitzt das auf nassem Wege dargestellte Zink-oxyd, welches in diesem Falle als Anstrichfarbe benutzt werden sollte,einen Aggregatzustand, der es zu diesem Zwecke nicht besonders em-pfiehlt; es nimmt nämlich sehr viel Oel an und deckt schlecht.
Eine sehr interessante Aufbereitung von gemahlener Blende,welche so bedeutende Mengen von kohlensaurem Kalk enthält, dasssie ohne Weiteres weder geröstet werden noch sonstige Verwendung fin-den kann, ist seit mehreren Jahren in der chemischen Fabrik Rhenania
x ) Carnot, Berg- u. Hüttenmänn. Ztg. 1865, 422. Wagn. Jahresber.1865, 197. 2 ) 0. Jungkann, Cliem. News 1869, Nr. 494 u. 250. Dingl.
pol. J. CXLII, 260. 3 ) Bube, Originalabliandlung. Wagn. Jahresber. 1867, 139.